Samstag, 21. November 2015

Nachtrag - Hl. Mechthild von Hakeborn

Fährt man mit dem Auto eine gute halbe Stunde von Magdeburg auf der B81 in südwestlicher Richtung, so kommt man kurz nach Egeln an dem kleinen Dörfchen Hakeborn vorbei. Bis ins 14. Jahrhundert gab es dort das Edelgeschlecht derer von Hakeborn. Aus eben jenem Geschlechte entstammten die beiden Schwestern Gertrud und Mechthild. Die ältere der beiden, Gertrud, wurde Äbtissin des Klosters Rodersdorf, in das später auch Mechthild eintrat. Später kamen beide in ein recht neugegründetes Kloster bei Mansfeld, dass unter der Leitung Gertruds nach Helfta verlegt wurde, wo es eine große Blüte der deutschen Frauenmystik des Mittelalters darstellte. 

Wie die selige Mechthild von Magdeburg hatte auch Mechthild von Hakeborn mystische Visionen, die sie jedoch lange geheim hielt. Erst spät sprach sie über ihre Schau, welche, wohl auf Betreiben ihrer Ordensschwester Gertrud von Helfta, heimlich niedergeschrieben wurden. So sind uns die Visionen Mechthilds im liber specialis gratiæ, dem "Buch der besonderen Gnade" bis heute überliefert.
Mechthild von Hakeborn starb am 19. November 1299. Ihr Gedenktag ist der 20. November, wohl der Tag ihrer Grablegung. Ihr Werk fand große Beachtung bei Johannes Tauler und Heinrich Sense.

Im Buch von der besonderen Gnade spricht Jesus zu ihr: "Ich sage dir, es gefällt mir sehr, wenn die Menschen getrost große Dinge von mir erhoffen. Denn jeder, der glaubt, dass ich ihn nach diesem Leben über sein Verdienst belohnen werde, und der mich deshalb lobt und mir in diesem Leben dafür dankt, der erzeigt sich mir so erkenntlich, dass ich ihm vielmehr, als er zu glauben und zu hoffen vermag und weit über sein Verdienst, vergelten will. Der Mensch kann nicht begreifen, was er glaubt und hofft, aber es ist ihm von Nutzen, ganz Großes von zu hoffen und zu glauben." (III,5).
In solch großer Hoffnung will ich am morgigen Christkönigssonntag auf Christus schauen, der Zeugnis für die Wahrheit ablegt, die in diesen Zeiten zwischen Terroranschlägen und Flüchtlingsdramen, Weihnachtsmärkten und Großdemonstrationen irgendwo verborgen scheint. Die immer schwerer auszumachen ist und schon gar nicht als allgemeingültig verstanden werden darf.

Dienstag, 17. November 2015

Hl. Gertrud die Große - Patronin des Bistums Magdeburg

Heute ist das Fest der heiligen Gertrud von Helfta, die wegen ihrer tiefen Mystik und ihres großen

Einflusses auch den Beinamen "die Große" trägt. Sie ist neben dem heiligen Norbert eine Patronin des Bistums Magdeburg. 
Gertrud lebte in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und ist eine der drei großen Mystikerinnen von Helfta, die eine besonders innige Beziehung zum heiligsten Herzen Jesu und zur heiligen Eucharistie hatten und dadurch die hochmittelalterliche Mystik besonders prägten. Die sprachmächtigen Schriften Gertruds, die sie deutsch und lateinisch verfasste, zeugen von ihrer großen Bildung. Sie fanden auch in Spanien und den lateinamerikanischen Gebieten große Beachtung. So wird die Heilige auch in Spanien hoch verehrt und ist die Patronin Perus.
In ihrer Schrift "Der Gesandte der göttlichen Liebe" gibt Gertrud ein Lebenszeugnis und berichtet ein wenig von ihrer Jugend, die sie fernab des klösterlichen Lebens "in blinder Torheit" verlebte und "alles tat, was mir passte und möglich war", obwohl sie doch seit ihrem fünften Lebensjahr immer wieder von der göttlichen Liebe angerührt wurde. So steht die heilige Gertrud wohl, wie so viele bekannte Heilige, auch für eine innere Bekehrung und Läuterung im Laufe ihres Lebens. 
Vielleicht kann es uns heute auch Hoffnung geben, dass Gott in seiner Liebe jedes Herz berühren und zum Guten führen kann - seien es die verstockten, die lauen, die scheinbar so verdorbenen, von Hass verhärteten, dem Reichtum erlegenen - indem er sich uns ganz hingibt und uns "die unschätzbare Vertrautheit" seiner Freundschaft zuwendet.
Die heilige Gertrud von Helfta auf der Mitra Weihbischof Rintelens

Dienstag, 10. November 2015

Die Rhön ist schön!

Zum Bergfest des dritten Blocks unseres Pastoralkurses in Fulda habe ich mit einigen Mitbrüdern zwei wunderbare Ausflüge in die Rhön gemacht. Zur Milseburg und zum höchsten Berg Hessens, der Wasserkuppe. Dabei sind ein paar schöne Fotografien entstanden!
Nun gibt es noch zweieinhalb Wochen Programm mit liturgischen Übungen und Unterweisungen in Fragen des Beichtkasus, bevor es zum ersten Advent wieder in die Diakonatspfarreien geht.

Hat was con Caspar David Friedrich... Der Blick von der Milseburg 
auf der Wasserkuppe mit dem Fliegerdenkmal
und dem Radom, der alten Radarstation

Blick von der Wasserkuppe in die Rhön
der markante Berg links im Bild ist die Milseburg

Donnerstag, 24. September 2015

Nachtrag - Hl. Mauritius

Da ich am Dienstag erst fünf Stunden Unterrichtsvertretung an zwei Grundschulen hatte und dann k.o. im Bett lag und eine ordentliche Erkältung auskurieren wollte, habe ich glatt vergessen, den nächsten Heiligen auf der Mitra Weihbischof Rintelens hier zu posten.

Zum betreffenden Heiligen muss ich eigentlich kaum etwas sagen: Der heilige Mauritius, bzw. Moritz, zählt zu den beliebtesten Heiligen des Mittelalters und war Patron des Römischen Reichs. Das alte Erzbistum Magdeburg war dem Märtyrer der Thebäischen Legion darüber hinaus durch eine Reliquienschenkung an das gleichnamige Kloster "St. Mauritius" verbunden. Nachfolgebau des damaligen Klosters ist heute der Magdeburger Dom "St. Mauritius und Katharina".
Auch heute noch ist der heilige Märtyrer Mauritius einer der Patrone des Bistums Magdeburg.

Auf der von Edith Ostendorf geschaffenen Mitra Weihbischof Rintelens befindet sich sich der heilige Mauritius auf der Vorderseite neben dem heiligen Norbert. Die beiden Wappen links und rechts der Figur sind die alten Wappen der (Erz-)Bistümer Magdeburg  (Rot und Silber) und Merseburg (schwarzes Kreuz auf goldenem Grund). Man sieht auch über 60 Jahre nach Anfertigung der Mitra noch die feinen Bleistiftlinien, mit denen die Künstlerin die Motive vorgezeichnet hat. Jedoch sind auch deutliche Gebrauchsspuren erkennbar.


Samstag, 6. Juni 2015

Heiliger Norbert - Bistumspatron Magdeburgs

Auch wenn es schon lange der Vesper und der Vorabendmesse für den morgigen Sonntag ist, möchte ich es doch nicht versäumen, die mit der seligen Jutta von Sangerhausen angefangene Reihe über die Figuren auf der Mitra Rintelens weiterzuführen.

Die Rückseite der Mitra Rintelens
Der 6. Juni ist nicht nur bekannt als D-Day, sondern auch der Gedenktag des heiligen Bischofs und Ordensgründers Norbert von Xanten. Da Norbert ja auch der Patron des Bistums Magdeburg ist und schließlich auch Erzbischof von Magdeburg war, nennen wir ihn hier auch Norbert von Magdeburg.
der heilige Norbert ist auf der Vorderseite dargestellt

Über das Leben des heiligen Norbert habe ich vor ein paar Jahren schon einmal einen kurzen Artikel geschrieben. Daher möchte ich jetzt noch ein anderes kleines Schmankerl einbringen: Auch der Vorgänger Weihbischof Rintelens als Erzbischöflicher Kommissar in Magdeburg, Wilhelm Weskamm, hatte eine sehr schöne Mitra von Edith Ostendorf. Sie ist zur Zeit in der St. Sebastians-Kathedrale in Magdeburg ausgestellt und zeigt ebenfalls, neben anderen, den heiligen Norbert.


die Vorderseite der Mitra Weskamms

diesmal ist der heilige Norbert auf der Rückseite

Freitag, 5. Juni 2015

Die Messe als Himmel auf Erden - Fronleichnam

Gestern konnte ich mein erstes Fronleichnam als Diakon erleben. Dazu war ich in die Pfarrei Oschersleben eingeladen. Es war schon ein besonderes Erlebnis, Christus in der Monstranz durch die Straßen der Stadt zu tragen und mit ihm, quasi unter vier Augen und doch ganz in der Welt, ein Christophorus - ein Christus-Träger zu sein.
Der amerikanische Konvertit Scott Hahn beschreibt die Messe anhand der Offenbarung des Johannes sehr eindrücklich als den Himmel auf Erden. Gestern konnte ich dies in ganz neuer und tiefer Weise erfahren und spüren. Unter dem doppelten Himmel, mit dem himmlischen Brot in der Monstranz den Segen in alle Himmelsrichtungen bringend. 
Dafür bin ich sehr dankbar und umso mehr freue ich mich, dass ich noch zwei Fronleichnamsfeiern in diesem Jahr vor mir habe. Am Sonntagmorgen feiern wir in meiner Praktikumspfarrei das Hochfest in der schönen Marienkirche in Sandersdorf und am Nachmittag bin ich dann noch in Köthen eingeladen. 


Mehr schöne Bilder gibt es auf der Homepage der Pfarrei Oschersleben.


Dienstag, 5. Mai 2015

Selige Jutta von Sangerhausen

Gestern durfte ich im Paderborner Diözsanmuseum die Mitra Weihbischof Rintelens näher unter die Lupe und dazu auch in die Hand nehmen. Das Museum hat montags geschlossen und so konnten wir die wunderbare Arbeit Edith Ostendorfs auch aus der Vitrine und in eine Werkstatt nehmen, wo mehr Platz und vor allem gutes Licht war.

Vor zwei Jahren habe ich die Mitra in meiner Magisterarbeit über das bischöfliche Wirken Rintelens näher beschrieben und so habe ich dem gestrigen Tag mit einiger Freude und Aufregung entgegengefiebert. Rintelen hat diese Mitra zu seiner Bischofsweihe am 24. Januar 1952 getragen. Ein Jahr später fand sich im damals noch sehr jungen Kirchenblatt "Tag des Herrn" ein toller Artikel über die Infel.


Sie ist mit acht Figuren aus der Magdeburger Bistumsgeschichte und den Wappen der alten Bistümer, auf dessen Grund das damalige Erzbischöfliche Kommissariat und heutige Bistum Magdeburg besteht, bestickt.
Die Figuren stellen acht Heilige und Selige, vier Männer, vier Frauen dar. Unter anderem die selige Jutta von Sangerhausen, deren Gedenktag heute ist. 




Die selige Jutta wurde im Jahre 1220 geboren. Als junge Frau war sie mit Freiherr Johannes Konopacki von Bildschön (heute: Bielczna) verheiratet. und hatte mit ihm mehrere Kinder. Das Eheglück währte nur kurz, da ihr Mann nach fünf Jahren verstarb. Nachdem Jutta ihre Kinder versorgt hatte, verteilte sie ihre Reichtümer und gab sich ganz dem Dienst der Armen und der Pflege der Aussätzigen hin.
Als Bettlerin, als Pilgerin Gottes und als "Schwester der Armen" wanderte sie auf den Straßen und kam 1256 mit ihrem Verwandten, dem damaligen Hochmeister des Deutschen Ordens, Anno von Sangerhausen, nach Kulmsee (Chełmża), wo sie in einer Zelle als Rekluse lebte. Sie diente Gott durch Gebet und Fasten und widmete sich den Armen und Aussätzigen, denen sie im Leprosenheim St. Georgen zu Kulmsee ein Obdach schuf.
Nach einem Leben des Gebetes, der Buße und Gottinnigkeit starb sie am Vigiltag des festes Christi Himmelfahrt, am 11. Mai 1260.
Bestattet wurde Jutta im Dom zu Kulmsee in einer Kapelle, die ihren Namen trägt. Bald nach ihrem Tode wurde Sie als Heilige und Patronin Preußens verehrt und ist bis heute als Patronin des Kulmer-Landes unvergessen.
Besonders innig ist ihre Verehrung in der Jutta-Kapelle zu Bielczyny, wo einst ihre Zelle stand. 

(Vita nach dem Ökumenischen Heiligenlexikon und der Pfarrhomepage der Katholischen Pfarrei St. Jutta in Sangerhausen)