Samstag, 26. März 2011

frohe Botschaft?

Durch Zufall fiel mir heute in der Küche meiner WG ein "internationales, christlich-ökumenisches Nachrichtenmagazin" in die Hand. Die Ausgabe ist nicht mehr ganz aktuell, dennoch nahm ich mir besagtes Magazin als Lektüre zum Abendessen zur Hand.
Ich lese viel in vermeindlich katholischen oder christlichen Magazinen und Nachrichten, da mich die Situation meiner Kirche und der Blick ihrer verschiedenen Gruppierungen auf sie interessiert. Dabei fällt mir immer öfter auf, dass die Artikel nicht nur vom Inhalt her, sondern auch im Schreibstil immer übler werden. Da liest man hier vom "Ratzinger-Pontifikat" und dessen "restaurativer Geiselnahme des Kirchenvolkes" und dort von "altliberalen Kirchenfeinden" und "Unterwerfungs-Bischöfen".
Ich habe den Eindruck, dass es sich hier um eine Art kreativen Schreibwettbewerb handelt, bei dem der Autor mit der reißerischsten Parole und den meisten Diffamierungen den Hauptpreis gewinnt.

Es nützt wohl nichts, sich darüber aufzuregen und wohlmöglich noch in eine ähnliche Art des Schreibens zu verfallen, doch frage ich mich, warum die Autoren dieser Medien immer unvernünftiger werden und den Blick auf das "katholische" an der Kirche, also ihre Weite und Universalität, immer mehr aus den Augen verlieren. Es ist doch klar, dass bei über einer Milliarde Katholiken nicht alle eine einzige Frömmigkeit und Spiritualität praktizieren (können) und das ist ja auch gut so, wo bliebe sonst die Vielfalt des Glaubens und seiner Ausdrucksmöglichkeiten? Die katholische Kirche ist ja schließlich keine Sekte, die ihre Gläubigen mit diversen Methoden auf Einheitskurs bringen muss und möglichst jedes selbstständige Denken unterbinden will.

Ich finde, dass auf beiden Seiten die frohe Botschaft unseres Glaubens noch einmal neu gelesen werden sollte, damit in den Nachrichten die "Torheit des Kreuzes" und nicht die Torheit der jeweils anderen verbreitet wird.

Kommentare:

Alipius hat gesagt…

Interessanter Gedanke zum Einstieg! Willkommen in der Blogoezese!

Josef Bordat hat gesagt…

Danke für diese gute Analyse - und damit auch zugleich "Herzlich Willkommen" in der Blogozese!

Wir haben es zum einen in den Medien wohl tatsächlich mit einer Inflation an Kraftausdrücken und Vereinfachungen zu tun; in der ständigen Hatz nach Aufmerksamkeit geht das Maß verloren, zum anderen ist ganz richtig, was Sie zur Lage der Kirche sagen: die Sammlung um das Kreuz ist angesagt. Andererseits ist der "Kreuzweg" ein begrenzter Korridor, ein breiter zwar, aber ein begrenzter.

Freue mich auf weitere Beiträge!

Ihr
Josef Bordat (jobo72)