Mittwoch, 27. April 2011

Bräuche zu Ostern - Das Osterfeuer

Aus aktuellem Anlass möchte ich mein Liturgie-Label mit ein paar Beiträgen zur Osterzeit fortsetzen. Diese Festzeit ist ja reichlich mit verschiedensten Bräuchen gesegnet, doch werden nur noch die wenigsten verstanden. Anfangen werde ich mit dem Brauch, der Feier der Osternacht eröffnet...

Das Osterfeuer
Osterfeuer gibt es ja längst nicht mehr nur im christlichen Kontext und auf den Kirchvorplätzen. In meiner Heimat, dem Osten Deutschlands, gibt es vielerorts Osterfeuer, die von den Gemeinden oder irgendwelchen Kulturvereinen organisiert werden und einfach zum gemütlichen Beisammensein, am besten schon am Karfreitag Abend einladen. Das ist natürlich nicht der eigentliche Sinn eines Osterfeuers.

Die Feier der Osternacht wird traditionell mit einer Lichtfeier eröffnet. Die Gemeinde versammelt sich (so es die örtlichen Gegebenheiten zulassen) vor der Kirche um das Osterfeuer und der Priester spricht ein Segensgebet darüber. Dieses Feuer, das die Nacht erhellt, soll so in den Gläubigen die Sehnsucht nach Christus, der ja selber das Licht ist, entflammen (eigene Kurzform des Segensgebetes). Anschließend wird am Osterfeuer die große Osterkerze entzündet.

Wie viele liturgische Bräche hat natürlich auch das Osterfeuer biblische Ursprünge. Im Buch Exodus wird vom brennenden und doch nicht verbrennenden Dornbusch (Ex 3,2) erzählt und beim Auszug des Volkes Israel aus Ägypten von der Feuersäule, die den Juden den Weg weist (Ex 40,34ff). Im Neuen Testament schließlich nennt sich Christus, um den es ja in der Liturgie geht,  selbst "das Licht der Welt" (Joh 9,5).
Dieses Licht wird dann in Form der brennenden Osterkerze auch in die Kirche hinein getragen. Das soll jedoch ein eigener Post näher beleuchten.

Diesjähriges Osterfeuer in meiner Heimatgemeinde St. Norbert, Merseburg

Keine Kommentare: