Donnerstag, 28. April 2011

Bräuche zu Ostern - Die Osterkerze

Heute nochmal ein Thema welches nicht sehr kompliziert ist und die Reihe der Osterbräuche fortsetzt:


Die Osterkerze
Der Brauch, in der Osternacht eine besondere Kerze zu entzünden ist schon im 4. Jh. erstmals bezeugt und wohl noch wesentlich älter. Im Laufe der Geschichte haben sich viele Symbolhandlungen um die Osterkerze gebildet. So ist es nicht einfach eine besonders große weiße Kerze, sondern sie wird reich verziert. Dabei haben die einzelnen Elemente eine jeweils eigene Bedeutung.
Das zentrale Element der Kerze ist das Kreuz, es erinnert, klar, an den Kreuzestod Jesus, doch zeigt es auch, das Kreuz als Zeichen der christlichen Hoffnung. Über und unter dem Kreuz stehen die griechischen Buchstaben Alpha und Omega, der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets, sie verdeutlichen, das, so glauben wir Christen, Christus Anfang und Ende allen Seins ist. 
In die 4 Felder, die durch den Längs- und den Querbalken des Kreuzes entstehen wird die aktuelle Jahreszahl eingefügt. Dadurch wird deutlich, dass Christus nicht einfach vor 2000 Jahren gestorben und auferstanden ist, sondern dass er im Hier und Jetzt ganz gegenwärtig ist. 
Zum Kreuz, Alpha und Omega und der Jahreszahl kommen noch die "Wundmahle". An 5 Punkten des Kreuzes werden je ein Weihrauchkorn und ein aus Wachs gestallteter Nagel gesteckt. Diese 5 Nägel weisen auf Wundmahle Christi durch die Dornenkrone (1), den Lanzenstich in seine Seite (2), die Fußwunden (3) und die Handwunden (4 u. 5) hin. (Die in Klammern geschriebene Zahlen bezeichnen die Reihenfolge der Einsenkung) Die Weihrauchkörner sind ein Symbol der gläubigen Anbetung.

So es möglich ist, soll die Osterkerze von der Osternacht an bis zum Hochfest Christi Himmelfahrt im Altarraum der Kirche gut sichtbar brennen. So verdeutlicht sie, dass Christus in diesen Tagen besonders sichtbar unter uns ist. Mit der Himmelfahrt aber entschwindet Christus sozusagen unseren Blicken, ist aber immer bei uns. So soll die Osterkerze nicht einfach in einem Schrank gelagert werden, sondern möglichst in der Taufkapelle oder am Taufbrunnen stehen. Dort sollen an ihr die Taufkerzen entzündet werden.
In den Altarraum kann die Osterkerze dann wieder zu Beerdigungen, zur Feier der Firmung und von Primizen und sicher auch am Patroziniumsfest gestellt werden.

So ist das österliche Licht, das ja Christus selbst ist, immer mitten in der Kirche und bei den Gläubigen.
Natürlich können Osterkerzen auch ein wenig anders gestalltet werden, doch sollten sie immer die beschriebenen theologischen Elemente enthalten.

Die Osterkerze in meiner Heimatkirche, in der diesjährigen Osternacht
(Dank an meinen Papa, der mir das Foto geschickt hat)

...und meine Osterkerze
ich habe die Jahreszahlen in die Balken des Kreuzes eingeritzt

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