Freitag, 22. April 2011

Das Triduum Sacrum - Karfreitag - Jesus auf der Rast

Eine für unseren Raum eher unübliche und seltene Darstellung ist die, des Jesus auf der Rast, oder der Herrgottsruh. In Litauen bestimmt dieses Bild die Volksfrömmigkeit in großem Maße; immer und immer wieder findet man Bildstöcke: den Herrn sitzend, den Kopf meist auf eine Hand gestützt und mit Dornen gekrönt, aber noch ohne die Wundmahle seiner Kreuzigung.
Diese so menschliche Darstellung des Ruhens und doch auch des Leidens bewegt mich sehr. Jesus, zwar ganz Gott doch auch ganz Mensch, ruht aus. Er weiß, dass er in Kürze hingerichtet wird, die Soldaten und Wachleute verhöhnen Ihn, setzen Ihm eine aus Dornen geflochtene Krone auf und geißeln Ihn. Er erträgt all die Schmach und den Hohn, doch seine Kraft neigt sich dem Ende. 
Sein Opfer aus Liebe zu den Menschen bereitet ihm wahnsinnige Schmerzen, doch noch ist der Kreuzweg nicht gegangen, noch ist es nicht vorbei, unvorstellbare Leiden liegen vor Ihm.
So braucht Jesus diese Rast, ein letztes Atem holen, noch einen Augenblick der Ruhe in der Ungewissheit, wie schwer es noch werden wird.


(Diese Figur habe ich mir letztes Jahr in Vilnius, Litauen gekauft, sie zeigt den "Jesus auf der Rast" in der  groben und einfachen, typisch litauischen Schnitzkunst, wie sie in ihrer Gesamtheit zum immateriellen Weltkulturerbe erhoben wurde.)

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