Donnerstag, 28. April 2011

Spiritualität 2.0

Ich weiß, nichts ist älter als die Zeitung von Gestern, aber ich kam in den letzten Tagen nicht zum Zeitungen lesen und habe ich mich heute beim Abendessen an die Lektüre gemacht. So fand ich in der "Presse" vom Samstag (... wie die Zeit vergeht) einen Artikel mit dem Titel "Spiritualität 2.0 - Wie Jugendliche ihre Religion selbst erfinden" (gut, der Artikel wurde mir gefunden, Sebastian war schneller...). 

Beim Lesen des Artikels kamen mir einige Fragen auf, die trotz der fachtheologischen Beiträge Frau Dr. Polaks vom Institut für praktische Theologie der kath. theol. Fakultät der Uni Wien, nicht beantwortet werden. Klar kann man sich beruhigen, wenn man sagt, dass der Glaube nicht einfach so und automatisch verschwindet, da das "Gotteswissen" ja so tief in der Gesellschaft verankert sei. Doch frage ich mich: Reicht das? Legen wir da nicht zu leichtfertig die Hände in den Schoß und harren der Kirchenaustritte, die da kommen? 
Ich finde es erschreckend, wenn so leichtfertig über den Trend, sich eine eigene Religion nach Bausatz-Art zu fertigen, geschrieben wird. Ein bissel was Katholisches, ein bissel was Hinduistisches, eine Brise Buddha und zu guter Letzt ne gute Platte mit Chill-Out-Musik... ist das Religion? Oder ist es nicht viel mehr die Angst davor, sich festzulegen? Zu sagen: "Ja, daran glaube ich und dafür stehe ich ein!"? 
Sicher, das Christentum ist nicht die bequemste Religion, die katholische Kirche ist schon gar nicht bequem, mit ihrer 2000jährigen Geschichte mit vielen Ecken und Kanten, mit ihrem Einsatz gegen Abtreibung und PID, den ja offensichtlich so humanen Errungenschaften der Medizin (wirklich?). Aber sie ist eben auch die vom Hl. Geist geleitete, mit den großen Heiligen, dem Einsatz für das Leben und den Sakramenten, die uns in und durch Christus das Heil schenkt.

Ja, es ist unbequem, sich zu entscheiden - ich weiß das sehr gut. Es ist schwer, sein "Ja" zu sagen. Auch sind die Kirchenbänke nicht die gemütlichsten, wenn man doch zu Hause seinen Sessel hat. Doch ist gerade diese manchmal so unbequeme, kratzige, fehlerhafte Kirche eben auch "in Christus [...] das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott..." (LG 1). 

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