Donnerstag, 5. Mai 2011

Aus meinem Dogmatik-Skript...

... aus dem ich gerade lerne, auf einem Materialblatt von Prof. Tück zur Trinität. Es geht um die Frage aus der dogmengeschichtlichen Entwicklung, warum sich Gott in dreifacher Gegebenheit zeigt:

[1]Zeigt sich Gott hier nur in drei unterschiedlichen Masken? Nutzt er die Geschichte als Bühne für unterschiedliche Inszenierungen seiner selbst? Das wäre die Antwort des Modalismus, der die Einheit des Gottesbegriffs auf Kosten der Vielheit betont.
[2]Oder zeigen sich hier drei unterschiedliche Götter, die den Menschen Unterschiedliches zu sagen haben? Das wäre die Antwort des Tritheismus, der zwar die Differenz der Gotteserfahrungen ernst nimmt, dafür aber mit der Einheit des Gottesbegriffs auch die Grundlage des biblischen Monotheismus preisgibt.
[3]Oder sagt die dreifache Gegebenheit der heilsgeschichtlichen Gotteserfahrung etwas über Gott selbst aus? Ist Gott so, wie er sich zeigt? Dann wäre Gott keine verhältnislose Monade, sondern an der Offenbarung des einen und einzigen Gottes als Vater, Sohn und Geist würde deutlich, dass Gott in sich selbst Gemeinschaft wechselseitigen Andersseins ist. Der Satz „Gott ist Liebe“ erhielte eine trinitätstheologische Explikation und die Vielfalt der Personen in Gott müsste mit der Einheit seines Wesens zusammengedacht werden.
Klar, [3] ist natürlich die Antwort der Kirche und beinhaltet darüber hinaus einen so wunderbaren Gedanken, der Ansatz für jede Predigt über die Trinität oder zum Dreifaltigkeitssonntag sein kann:

Wenn der eine Gott in sich selbst die Gemeinschaft wechselseitigen Andersseins ist, dann muss mit dem Satz "Gott ist die Liebe" die Vielfalt der Personen in Gott mit der Einheit seines Wesens zusammengedacht werden.

Wie groß muss diese wunderbare Liebe sein, wenn wir ja hier auf Erden schon immer wieder die Liebe Gottes zu uns Menschen als so großartig empfinden...

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