Dienstag, 24. Mai 2011

Die Hand II

Natürlich kann man mit den Händen mehr machen, als sie "bloß" zu falten, auch in der Liturgie. So will ich hier nun den letzen Post aus der Liturgie-Reihe erweitern. Dabei kann ich freilich nie sagen, jetzt hätte ich alle Handhaltungen erklärt oder auch nur erwähnt. Es geht also nur um eine Auswahl von Haltungen, die mir persönlich, für den Gottesdienst, aber vielleicht auch das tägliche Leben als wichtig erscheint.

Die geöffnete Hand
Wenn wir die heilige Kommunion empfangen, gibt es neben der Mundkommunion die Möglichkeit, den Leib des Herrn, wie wir die Hostie gläubig betrachten, mit den eigenen Händen zu empfangen. So werden die Hände für einen kurzen Moment zur Schale, zu einem Gefäß, in dass nicht einfach nur irgendetwas hineingegeben wird, sondern sich Gott selbst hineingibt. Doch wie oft machen wir uns das eigentlich bewusst? 
Wenn wir die Hände während der Kommunion zur Schale ineinander legen sollten wir klar machen, dass es nicht einfach ein normales Stückchen Brot ist, das wir empfangen werden, sondern der Leib des Herrn, der immer nur in kostbaren Gefäßen aus Gold oder anderen edlen Metallen aufbewahrt werden kann. So sollen in diesem Moment des Empfangs auch unsere eigenen Hände rein und edel sein. 

Doch nicht nur zur Kommunion kann man die Hände vor Gott öffnen, auch, wenn man sie beim Hören der Lesungen geöffnet in den Schoß legt. Vor dem Reichtum der Gnade Gottes sind wir immer wie ein Bettler, der auf der Straße tiefgebeugt, vielleicht sogar knieend in sich gekrümt die Hände offenhält und auf eine Gabe hofft. In den Lesungen hören wir dann von den großen Taten Gottes in der Geschichte und empfangen so seine Zusage, dass er für uns da ist und mit uns geht. 

So ist es auch eine schöne Möglichkeit, die Hände beim Vater Unser zur Schale zu formen, bitten wir doch um das tägliche Brot. Wir wissen, wann immer wir die Hände so öffnen, dass ohne Ihn, der uns alles gibt, nichts ist und sein kann.


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