Freitag, 27. Mai 2011

Die Hand III

Heute soll es nochmal (nochmal? - ja!) um unsere Hände in der Liturgie gehen und zwar um einige weitere Haltungen und Gebärden, die auch für das ganz alltägliche Gebet außerhalb der Gottesdienste wichtig sein können.

- Als erstes möchte ich dabei über eine sehr offene Haltung, eine Haltung des "geistigen Empangs" schreiben, die mir persönlich sehr wichtig ist. Sie findet ihre Verwendung während der Lesungen und der Homilie (Predigt) und besteht daraus, die Hände flach auf die Oberschenkel zu legen.
Diese Haltung ermöglicht es, sich leicht über die Arme abzustützen und so sehr lange ruhig sitzen zu können, ohne vom eigenen hin und her rutschen und der Suche nach der optimalen Sitzposition abgelenkt zu werden. So rückt die Haltung eigentlich komplett in den Hintergrund und das Geschehen der Liturgie, die Verkündigung und Auslegung der Heiligen Schrift, wird zentriert. Eine weitere wichtige Bedeutung kommt dieser Haltung im Blick auf alte Bilder und Statuen zu.  Jeder kennt die ägyptischen Götterfiguren, die auf ihren Thronen saßen und ebenso ihre Hände hielten. Doch nicht die ägyptischen Götzen sind König, sondern wir sind durch die Taufe auf Christus hin zu Königen (Priestern und Propheten) berufen. Diese Haltung verdeutlicht uns also auch unsere Würde als Christen und die damit verbunden Aufgaben, denn ein König sitzt nicht einfach den ganzen Tag auf seinem Thron, sondern muss regieren, zum Wohl der Menschen handeln (sonst ist er ein schlechter König).
Leicht abgewandelt kann die Haltung auch sehr medidativ werden. In dem die Hände einfach offen, mit dem Handrücken auf die Schenkel oder in den Schoß gelegt werden, mache ich mich quasi noch emfangsbereiter auch für die ganz leisen Momente des Gebets.

- Als Zweites möchte ich noch ganz kurz eine Haltung beschreiben, die alles um den Beter herum in den Hintergrund rückt. Sie dient also während der Liturgie zur eigenen Sammlung und vor allem zum stillen Gebet. Das Gesicht in die Hände gelegt kann ich ganz auf Du und Du mit Gott sein, da um mich herum alles verschindet. So wird in dieser Haltung das Zentrum allen Gebets erreicht: der Dialog mit Gott.


Das sind natürlich bei weitem nicht alle Haltungen und Gebärden, die mit den Händen in der Liturgie benutzt werden, doch ein kleiner Grundstock. Ein paar Handhaltungen/-gesten werden sicherlich später noch eigens beschrieben (Orante, Friedensgruß...).

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