Sonntag, 1. Mai 2011

"Mein Herr und mein Gott!"

Das Evangelium vom heutigen Weißen Sonntag (Dominica in albis) erzählt von der nachösterlichen Begegnung des Apostels Thomas mit dem Auferstandenen (Joh 20,1-9). Er glaubt den anderen Jüngern nicht, die ihm erzählen, dass sie den Auferstandenen gesehen haben und will erst selbst die Wundmahle Jesu sehen und berühren können. Als er dem Herrn dann aber im Kreis der Jünger begegnet, kommt er zum Glauben. Er muss die Wunden Jesu nicht berühren und spricht das kürzeste Glaubensbekenntnis, das ich kenne: "Mein Herr und mein Gott!".
Er ist nicht der "Ungläubige", er ist der Jünger, der den menschlichen Zweifel in sich trägt, ihn aber überwindet! Wie oft zweifeln wir selbst und dürfen immer wieder neu die liebende Barmherzigkeit Gottes erfahren
Und doch "beneide" ich Thomas, denn er konnte dem Auferstandenen leibhaftig begegnen, ein Geschenk, das uns nur in gewandelter Form im eucharistischen Brot zuteil wird. Nicht jedoch so unmittelbar wie dem Apostel.

"Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot..." 

Michelangelo Merisi da Caravaggio - Der Ungläubige Thomas

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