Montag, 9. Mai 2011

Vom Kreuzzeichen

Ich möchte heute ein besonders wertvolles Zeichen, eine besonders wertvolle Gebärde, ein wenig beleuchten und werde mich dabei an Romano Guardinis "Von Heiligen Zeichen" halten. Denn nirgends habe ich bisher eine schönere Beschreibung dieser Haltungen, Gebärden und Gegenstände gefunden.

Das Kreuzzeichen
...ist eines der ältesten und das wohl heiligste Zeichen der Kirche, das schon im Urchristentum der ersten Jahrhunderte bekannt war. Es zeichnet auf dem Oberkörper das Kreuz, das Zeichen des Leidens, Sterbens und Auferstehens und damit der christlichen Hoffnung nach. 
Oft wird das Kreuzzeichen ganz schnell, hastig und sehr klein gemacht, so dass man es als Nebenstehender kaum erkennen kann. Richtig ist es, es langsam, groß, von der Stirn zur Brust, von einer Schulter zur anderen zu zeichnen, damit es einen ganz umfassen kann. Der horizontale und der vertikale Balken des Kreuzes umfassen den ganzen Körper und weihen, ja heiligen, den Geist. Ganzheitlich umspannt das Kreuz so Leib und Seele.
Deshalb machen wir es vor dem Beten, zur Ordnung und Sammlung der Gedanken und des Herzens. Nach dem Gebet, damit das, worum wir gebetet und wofür wir gedankt haben sich in uns erhalte. In der Versuchung und der Gefahr zur Stärkung und zum Schutz. Und beim Segen, damit die Fülle des Lebens Gottes sich auch in unser Leben hineinziehe und darin reiche Frucht bringen kann.
(vgl R. Guardini, Von Heiligen Zeichen, Vom Kreuzzeichen)

Mir ganz persönlich kam schon oft das Bild des Kreuzzeichens als der Vorwahl zu Gott. Es macht uns bereit, ins Gespräch mit ihm, ins Gebet zu gehen. Das "funktioniert" natürlich nur, wenn man es auch wirklich als ein heiliges Zeichen betrachtet und es in Ruhe und mit Bedacht macht.



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