Sonntag, 3. Juli 2011

Kling Glöckchen klingelingeling

Ja, ich weiß, es ist noch lange nicht Weihnachten in Sicht, und trotzdem passt der Titel wunderbar zu meinem heutigen Tag. 
Da mein Studienjahr hier in Wien leider schon wieder vorbei ist und ich aus der SchottenWG ausziehen muss, sind meine Eltern gestern gekommen, um vor dem Umzug noch eine Woche Urlaub hier zu verbringen. Mitgebracht haben sie nicht nur ihre Koffer und 2 kleine Umzugskisten, sondern auch noch eine Glocke. Als ich das letzte mal in meiner Heimat war, fragte mich der Pfarrer von Oschersleben Christoph Sperling, ob ich die kleine Glocke nach Wien transportieren könnte. Da meine Eltern eh mit dem Auto gekommen sind, haben sie sie auch mitgebracht.
Heute haben wir die Glocke dann an ihren vorläufigen Bestimmungsort gebracht, zu den Kleinen Schwestern vom Lamm in das ehemalige Karmeliterkloster. Nach der Heiligen Messe um 11 übergaben wir die Glocke und merkten spürbar die Freude der kleinen Schwestern über das Geschenk. Am 2. Juni, heute vor einem Monat legten die Schwestern zusammen mit Christoph Kardinal Schönborn den Grundstein für ihr neues, kleines Kloster im 20. Bezirk. Auch die Glocke ist für diese neue Kloster bestimmt und wird in einem Bezirk mit sehr hoher Ausländerquote und hohem muslimischen Bevölkerungsanteil läuten und so eine Rückbesinnung auf die Mitte unserer Kultur sein, auf Christus.


Sicherung für den langen Transport

der erste Ton bei den kleinen Schwestern

und das erste Probeläuten im Oratorium


die kleinen Schestern vom Lamm, meine Eltern,
Sebastian und ich

Nach dem wir die Glocke übergeben hatten, wurden wir von den Schwestern noch zum Mittagessen eingeladen, was besonders schön war, denn die Schwestern leben von der Vorsehung, haben also keine eigenen Güter oder Mittel zur Verfügung und nutzen nur, was ihnen gegeben und geschenkt wird. Beim Mittagessen konnten wir dann noch viel über die Gemeinschaft erfahren und auch von uns erzählen.
Vielleicht klappt es, dass wir uns zur Einweihung des Klosters wiedersehen, ich würde mich darüber sehr freuen und nehme die Schwestern und Brüder vom Lamm und ihr kleines Kloster mit ins Gebet.

Kommentare:

Matthias hat gesagt…

Wundervoll. Ich kann verstehen, dass die Kleinen Schwestern vom Lamm sich so über die Glocke und Euren Besuch gefreut haben.

Gott möge ihnen im 20. Bezirk beistehen.

Alipius hat gesagt…

Schöne Bilder! Ansonsten: Was Matthias sagte!

Karl hat gesagt…

Möchte einmal sehen, ob die vielen "echten" Obdachlosen von Wien jemals solch ein Glück wiederfährt, indem sie eine großzügige Wohnung und Anerkennung geschenkt bekommen. Die Schwestern vom Lamm sind in der Erzdiözese gering geschätzt, da sie pastoral betrachtet nichts beitragen, die Lobby vom Kardinal geniesen und vor allem eine gewisses Maß an Präpotenz!

Karl hat gesagt…

Ein "echter" Obdachloser von Wien wird nie in den Genuss solch eines öffentlichen Interesses kommen, um eine großzügige Bleibe, gesponsert von der Erzdiözese Wien und finanzstarken Spendern kommen - das gibt mir zu Bedenken. Ohne der Lobby vom Kardinal würde sich niemand um diese Gruppe interessieren. Schade ist auch, dass sie keinen pastoralen Beitrag leisten und ein gewisses Maß an Präpotenz haben - übrigens hat Schwester Petra durch ihre Entscheidung viel Enttäuschung und menschliches Leid hinterlassen - sie sollte einmal ganz offen darüber berichten - fraglich, ob das wirklich der Wille Gottes ist!

Klemens hat gesagt…

die kleinen schwestern vom lamm sind weder falsche noch echte obdachlose, sie sind ordensschwestern - da gibt es wohl einen gewissen unterschied!? es ist klar, dass ein orden von der kirche unterstützt wird; erbaut sich der irdische leib der kirche doch nicht nur aus ihren physischen mitgliedern, sondern auch aus dem gebet. wir brauchen vor allem heute wieder orden, die sich verstärkt auf das gebet konzentrieren. auch die kartäuser, oder die bethlehemschwestern vom hl. bruno und der himmelfahrt mariens sind in der pastoral nicht tätig und doch dringend notwendig für unsere kirche!

präpotent finde ich die schwestern allerdings nicht, sie haben viel ausstrahlung und wer die schwestern in ihrer art und weise nicht versteht, der mag das vielleicht auch als präpotenz deuten.

von den persönlichen entscheidungen der einzelnen schwestern weiß ich nicht viel, bzw. fast nichts. das geht mich auch nicht wirklich etwas an, also kann ich auch nicht darüber urteilen, wer wem leid zugefügt hat.

Karl hat gesagt…

Hallo Klemens!

Ich weiß ziemlich genau Bescheid über diese Gemeinschaft - sie ist übrigens laut Kirchenrecht kein Orden, sondern eben nur eine Gemeinschaft ohne erkennbaren pastoralen Auftrag - wenn du Priester der Erzdiözese fragst, wirst zu wenig Verständnis hinsichtlich dieser Glaubensschwestern und Brüder finden.

Präpotent deswegen, weil sie erst nach dem dritten Anlauf einen Platz für ihr Wohnhaus gefunden haben. Ursprünglich wollten sie das Geistliche Zentrum der Katholischen Jugend in Oberleis mitbenützen, was nach längerem Verhandeln Gott sei Dank klar gestellt wurde, und dann wollten sie in einem Waldstück bei Hollabrunn sich ansiedeln - da war die Bevölkerung stark genug, um das zu verhindern.
Viele Pfarrgebäude stehen leer, das hätte der Erzdiözese wenig gekostet, keine Spender müssten so viel Geld zur Verfügung stellen, hätten sie diese Angebote angenommen - das verstehe ich unter präpotentem Verhalten, vielleicht verstehst du das auch.