Donnerstag, 11. August 2011

Ueber die christliche Kunst

Ich habe in dem Laden der monastischen Familie von Bethlehem (...) ein interessantes kleines Heftchen gefunden, in dem man ueber die Gemeinschaft, die Monialen und Moenche und deren Kunsthandwerk lesen kann. Darin auch ein gutes Zitat Kardinal Jean-Marie Lustigers:

Die "Bilder" im christlichen Kultus finden ihre Begruendung und Rechtfertigung in der Feier der Sakramente der Kirche und im Zeugnis der Heiligkeit. Wir koennen sie nicht mit Goetzen verwechseln. Darum koennen Bilder von Heiligen, der Muttergottes und Christus keinegewoehnlichen Bilder sein. Ikonen "dienen der goettlichen Liturgie", sagen unsere Brueder im Osten. Diese Zweckbestimmung verpflichtet den Kuenstler zu einer einzigartigen Vertiefung.
Ein solches aesthetisches Abenteuer ist ein geistliches Abenteuer. Die Sakramentalitaet der Kirche macht die Erhebung der Aesthetik ins Himmlische erforderlich. Warum also die Mittelmaessigkeit so vieler religioeser Darstellungen? Liegt es nicht daran, dass die Kuenstler sich in einer geistlichen Krise befinden inmitten einer Gesellschaft, die der Kinst keinen sionnvollen Platz mehr zuweist? Ist das nicht auch eine Glaubenskrise eines ganzen Volkes und ein Symptom fuer seine Widersprueche? Heiligkeit macht frueher oder spaeter  auch Schoenheit offenbar. Wenn uns die Schoenheit abgeht, dann aus dem Grunde, weil unsere Gesellschaft oder unsere christlichen Gemeinschaften es nicht vermocht haben, in sich das wahre Licht leuchten zu lassen.
Alle Bilder, alle Darstellungen, die wir anfertigen koennen, sind Mittel, durch die wir unseren Bezug zu der einen grossen Ikone, Christus, zu finden vermoegen; er ist in seinen Sakramenten zugegen, diesen lebendigen, greifbaren Bildern seines Handelns hier und jetzt, sei "er unter uns gewohnt hat".

Keine Kommentare: