Samstag, 17. September 2011

Kurzbesuch bei Kaplan Hecht in Leipzig - Bach-Shoppen-Kirchenbau

Am Donnerstagabend machte ich mich auf den Weg nach Leipzig um meinen guten Freund Christian Hecht zu besuchen. Nach seiner Weihe am Pfingstsamstag in Dresden, seiner Primiz am Pfingstsonntag und seinem Weiheurlaub, hat er schon von einiger Zeit seinen Dienst als Kaplan in der Pfarrei Leipzig Reudnitz angetreten. Da Leipzig nicht weit entfernt ist, bot es sich mir an, ihn nun dort noch einmal zu besuchen, bevor das neue Semester startet und ich wieder nach Erfurt ziehe.

Gestern machten wir uns am späten Vormittag auf in die Altstadt und besuchten das Bach-Museum an der Thomaskirche. Anlässlich des 325. Geburtstages Johann Sebastian Bachs wurde es nach langer Neu- und Umgestalltung neueröffnet. Auf 750m² werden das Leben und Wirken und vor allem die Werke Bachs und seiner Familie multimedial und erlebnispädagogisch erfahr- und hörbar gemacht. So wird das Genie nicht nur sowieso begeisterten Liebhabern präsentiert, sondern auch Schulklassen und anderen Gruppen aller Altersklassen schmackhaft gemacht. Wie ich finde, sehr gelungen und empfehlenswert!

Nach dem Bach-Museum zog es uns ins verschiedene Läden und Geschäfte (ich habe ja bereits vom Glückskauf "Going my Way" geschrieben). Da man aber in Leipzig nicht nur gut, niveauvoll und günstig einkaufen kann, sondern auch einiges an Architektur zu sehen bekommt, zogen wir noch weiter durch die Altstadt. So sahen wir auch die Baustelle der neuen Universitätskirche St. Pauli und ebenso die Baufläche der neuen Propsteikirche. Faszinierend für mich ist, dass die sogenannte neue Universitätskirche, obwohl sie nicht mal eine Kirche ist, wirklich danach aussieht und sowohl Elemente der alten gotischen Kirche St. Pauli, als auch (post-)moderne Formen und Mekrmale in sich vereint. Das wiederum ist etwas was der neuen Propsteikirche völlig fehlt. Selbst wenn das Ziel war, Gott und dem Menschen ein Zelt zu bauen, finde ich in einem steinernen Würfel und einem Schornstein quaderförmigen Turm, nichts, was mich wirklich an eine Kirche erinnert (nicht mal an ein Zelt). Ich verstehe nicht, warum es dem Architekten nicht möglich war, in einer Stadt voller wunderbarer Architektur von der Gotik über Rennaisance und Barock, Biedermeier und Gründerzeit bishin zu den Messe- und MDR Türmen, einen Stil zu finden, der Altes und Neues kombiniert, der das sakrale, das eben nicht weltliche, deutlich macht und noch dazu auch ästhetischen Ansprüchen genügen kann. Ich verstehe auch nicht, warum die Auswahlkommision um Bischof Reinelt so einen Entwurf auswählt. Ich bin ja kein Architekt und ich habe auch nicht zu entscheiden, wie neue Kirchen auszusehen haben, aber ich frage mich einfach, warum heute überall wieder mehr Wert auf Ästhetik und Schönheit gelegt wird und es gerade für einen Sakralbau, eine Kirche in der die Schönheit und Herrlichkeit Gottes durch die Liturgie ein Stück weit auf Erden geholt werden soll, nicht möglich ist, mehr als einen Bauklotz in die Gegend zu stellen, wo man doch an der Universitätskirche deutlich sieht, dass es durchaus möglich ist.

Leider hatte ich gerade gestern meine Kamera nicht mitgenommen, so kommt hier nun nur ein Foto vom Bau der Uni-Kirche, welches ich auf der Homepage gefunden habe. Im Sonnenlicht und durch die Verglasung war sie gestern wirklich ein wunderbares Motiv und sehr schön anzusehen. 



Foto von: http://www.stiftung-universitaetskirche.de/deutsch/index.html

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