Dienstag, 1. November 2011

Das Allerheiligste als Kern von Allerheiligen


In meiner Zeit in Wien hatte ich durch die tolle Jahreskarte des Kunsthistorischen Museums öfter die Möglichkeit, mir viele schöne und vor allem reichhaltige Bilder lange und mehrfach anzuschauen. Eines dieser Bilder, die mich regelmäßig in den Bann zogen ist der Landauer Altar von Albrecht Dürer. Genau heute ging mir dieses Bild wieder durch den Kopf und ein paar Gedanken setzten sich zusammen, auf die ich vorher irgendwie noch nicht in dieser Form gekommen war. 
 Die Kirche feiert mit dem Hochfest einen der Glaubenssätze aus dem Credo, der sie selbst näher definiert. "Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen". Die Heiligen sind ein unverzichtbarer Teil unseres Glaubens und wir können sie nicht an den Rand drängen oder ganz und gar vor die Tür setzen. Machen wir dies trotzdem, stellen wir uns gewissermaßen außerhalb des Credos, des Glaubens der katholischen Kirche.

Albrecht Dürer stellt das Festgeheimnis dieses Tages auf eindrückliche Weise im Landauer Altarbild dar.  Die Heiligen - Könige und Kaiser, Bischöfe und Päpste, Jungfrauen, Bekenner und Martyrer, die Apostel und die Patriarchen, die Engel und Erzengel - alle sind sie da. Und sie weisen in ihren Blicken und Gesten alle auf den Einen, auf den Dreifaltigen, auf Gott, der hier in der Weise eines Gnadenstuhlbildes dargestellt ist. Gott der Vater hält das Holz des Kreuzes in seinen Händen, das Kreuz, an dem sein eingeborener Sohn Jesus Christus sich für die Erlösung der Welt hingegeben hat und in einer Linie über beiden schwebt die Taube, das Symbol des Heiligen Geistes, der aus beiden hervorgeht.

Indem uns der Vater den Sohn am Kreuzesholze in seinem Schoße entgegenhält verweist er gleichzeitig auch auf die Wirklichkeit, in der wir Ihn, Christus, hier auf Erden schon empfangen können. Jesus gab sich für unsere Erlösung in den Tod, opferte sich auf, um in seiner Auferstehung auch uns das ewige Leben zu schenken. Das feiern wir, wann immer wir Eucharistie feiern und das Messopfer darbringen. Das schauen wir, wenn wir vor dem ausgesetzten Allerheiligsten auf die Knie gehen und uns klein machen vor der unfasslichen Größe dieses Geschehens.

Was haben nun die Heiligen damit zu tun? Sie weisen uns durch ihr Leben und Sterben den Weg zu Christus und sind durch ihre Aufnahme in die Schar derer, die wir bei Gott wissen, unsere Fürsprecher vor ihm. Im Bild des Landauer Altares gesprochen, sie sind rings um den dreifaltigen Gott versammelt und durch ihr Wirken können wir Ihn gleichsam auf Erden nahe kommen.

Das gleiche deuten uns die bunten Fenster mit den Heiligen in den Kirchen an. Christus scheint wie durch die Sonne durch sie hindurch und bringt unsere Welt in all ihren Farben zum leuchten. 

durch das Leben der Heiligen hindurch
 scheint Christus in unsere Welt hinein
All die Bilder und bunten Fenster verdeutlichen es uns: die Heiligen weisen uns zu Christus, der sich uns in der Gestalt des Allerheiligsten in seinem Leib und Blut ganz hingibt.



1 Kommentar:

olli hat gesagt…

sehr schön.