Donnerstag, 17. November 2011

Gertrud die Große von Helfta

Heute gedenken wir (als Magdeburger natürlich besonders) die heilige Gertrud von Helfta, die als einzige Mystikerin den Beinamen "die Große" verliehen bekommen hat. Die heilige Gertrud hat die mittelaltlich-mystische Herz-Jesu-Frömmigkeit in bedeutendem Maße mitgeprägt und so erschien ihr einmal in einer Vision der Apostel Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, der ihr von Christus als besonderer Freund und Lehrer an die Seite gestellt wurde. 
In ihrer sehr eigenen Sprache schildert die Heilige diese Begegnung und wie sie zusammen mit dem Jünger am Herzen Jesu ruht. Da sagt ihr der heilige Apostel Johannes "Hier ist das Allerheiligste, hier ist der Inbegriff alles Guten im Himmel und auf der Erde".

Ich glaube, dass wir in unserer heutigen Zeit zu oft die Herz-Jesu-Frömmigkeit als Kitsch und unzeitgemäß abtun, aber der Kern dieser besonderen Glaubensform kann uns doch eine innere Heimat im Glauben werden. Es geht bei genauem hinsehen nicht um romantische Träumereien oder grob-irrationale Spinnereien, sondern vielmehr eine Quelle der Kraft für unseren Glaubensalltag. Gerade, wenn jemand nicht jeden Tag die Möglichkeit hat, die Eucharistie zu empfangen oder ihr beizuwohnen, sich jedoch danach verzehrt, dann darf er sich der Liebe des Herzens Jesu gewiss sein, einer heiligen und heiligmachenden Gnade. Die Eucharistie bleibt unangetastet Quell und Höhepunkt des geistlichen Lebens, denn nirgends können wir dem Herrn hier auf Erden näher sein und ihn stärker erfahren, aber am Herzen Jesu finden wir Trost, Heil und das Gute auch außerhalb der heiligen Messe in besonderer Fülle.


Auf Giovannis Notizblog gibt es auch ein Video der Zisterzienserinnen im Kloster Helfta aus der heutigen Zeit. Ich kenne das Kloster gut, schon aus meiner Kindheit, als die Kirche noch Ruine war. Es ist für die gesamte Umgebung ein geistliches Zentrum, auch für die Nichtkatholiken und so sagen die Eislebener (vielleicht sogar ein bisschen stolz) "unser Kloster".

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