Mittwoch, 2. November 2011

Totengedenken an Allerseelen

Nachdem die Kirche gestern auf die Heiligen geschaut hat, die uns auf Christus hinweisen, ihn gleichsam durch ihr Wirken in die Welt scheinen lassen, schauen wir heute auf all unsere lieben Verstorbenen, die uns in Leben und Sterben vorangegangen sind.

Auf unserem Weg durchs Leben steuern wir kontinuierlich, auch wenn wir es nicht wollen, auf das große Ziel, den Tod, hin. Leben und Sterben sind eine untrennbare Einheit in der Schöpfung Gottes und so dürfen wir es auch als ein Geschenk Gottes annehmen, nicht ewig leben zu müssen. 

Oft können wir das jedoch nicht, oft sterben gute Freunde, Eltern oder Großeltern viel zu früh für unser Empfinden, am schlimmsten muss dieses Gefühl der Trauer über den Verlust eines lieben Menschen sein, wenn es sich um die eigenen Kinder handelt. In solchen Momenten der ohnmächtigen Trauer über den Verlust eines Menschen kann uns Christus Hoffnung geben, wenn er sagt, dass er das Leben und die Auferstehung ist und dass, wer an ihn glaubt, leben wird, auch wenn er stirbt. Diese Zusage ist nicht nur eine leere Phrase - vielmehr ist sie die heilsame Realität unseres Glaubens: der verstorbene Lazarus kommt aus dem Grab heraus, er lebt! (vgl. Joh 11,17-27).

Zu dieser Hoffnung, die uns der heutige Tag mitgibt, kommt aber auch der Auftrag und die Bitte, unsere Toten nicht zu vergessen. Wie viele Menschen sterben ganz einsam und haben niemanden, der sie zu Grabe  trägt; wie viele Menschen sind für immer vergessen auf irgendeiner Wiese, unter irgendeinem Baum, ins All geschossen. Unser Auftrag ist es jedoch, all diese nicht zu vergessen, für sie und ihre Seelen zu beten. Tun wir dies, handeln wir "schön und edel" (2 Makk 12,43). So wie wir unsere Verstorbenen nicht vergessen, vergisst uns auch der allmächtige Vater nicht.
im Gedenken an unsere lieben Verstorbenen zünden wir oft Kerzen an
Christus das Licht brennt für unsere Seelen und verzehrt sich nach ihnen

1 Kommentar:

MC hat gesagt…

Eine schöne Bibelstelle zu diesem Thema. Danker hierfür und gänzliche Zustimmung. Allerseelen mahnt uns, dass unsere, ein modernes Wort gebrauchend, Solidarität für unsere Brüder und Schwestern nicht mit deren Tod endet, sondern über diesen hinaus reicht. Denn der Leib Christi reicht weiter als unsere Augen und unser Atmen.