Montag, 12. Dezember 2011

Der Zeitzer Dom

Übers Wochenende war ich mal wieder in meiner Praktikumspfarrei in Zeitz und bin so nicht zum Schreiben gekommen, dafür waren es wirklich wieder schöne Tage, die zwischen all dem vorweihnachtlichen Studienstress mal wieder einen Blick in die Pastoral ermöglicht haben. Diese Rückbindung an die Praxis ist zwischen den vielen Büchern und der ganzen Theorie immer wieder wichtig, um nicht das Ziel aus den Augen zu verlieren oder wie manche Priester-Professoren, die ihr ganzes Leben dem Studium widmen und dabei ihr Priestersein eigentlich an den Nagel hängen, weil sie nur noch in ihrer Forschungswelt leben.

Nun aber zurück zur Überschrift dieses Postings: zum Zeitzer Dom. Da die gestrige Messe von einem Kamerateam aufgezeichnet wurde (eine Produktion für Bibel-TV, die in  halbstündigen Beiträgen verschiedene Kirchen vorstellen wollen), hatte ich die Möglichkeit selbst mit meiner Kamera Bilder zu machen (Wenn das Dom-Aufsichtspersonal da ist, kostet die Fotogebühr 2,60€). Zudem kam ich so auch auf die Orgelemporen und Fürstenloge.

Der Zeitzer Dom ist der einzige katholische Dom im Bistum Magdeburg. Alle anderen Dome (Magdeburg, Naumburg, Halberstadt und auch der Dom meiner Heimatstadt Merseburg) sind evangelische Gotteshäuser.
Der überwiegend gotische, teils auch noch romanische Bau, war Ende des 10. und Anfang des 11. Jahrhunderts die Kathedrale der Bischöfe des Bistums Zeitz. 1029 wurde allerdings der Naumburger Dom (mit seinen weltberühmten Stifterfiguren) zur Kathedrale und Zeitz zum Kollegiatsstift.
Im 17. Jahrhundert wurde der Dom die Hauskapelle der Moritzburg. Das Fürstenhaus Sachsen-Zeitz lies dazu die Türme des Domes abtragen und den Innenraum barock ausgestalten. Aus dieser Zeit stammt auch die den Dom beherrschende Fürstenloge.
Im Jahre 1982 stürzte einer der Vierungspfeiler ein und erst nach der Wende konnte der Wiederaufbau der Kirche vorangetrieben werden. Bischof Leo Nowak konnte den Dom 1998 wieder weihen und 2004 waren die Sanierungsarbeiten komplett abgeschlossen. Nun ein paar meiner Bilder von gestern.

der Blick durch den Dom zum Altar hin,
im Morgengrauen alles noch recht dunkel

immer wieder gibt es alte Fresken zu sehen

ein Blick hinter die Kulissen (des Hochaltares) 
die Fürstenloge für Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz

das Engel-Ambo, beim Einsturz des Domes 1982
schwer zerstört...heute ein Puzzletwerk


wieder ein schönes Fresko, diesmal in der Sakristei

der Hochaltar

Bischof Julius von Pflug, letzter Bischof von Naumburg-Zeitz
nahm am Konzil von Trient teil,
leider schwer krank und dadurch nicht in Erscheinung getreten
die beiden Orgeln

ein Blick in die Pfeifen-Orgel
(die andere ist elektrisch, aber mit wunderbaren Klangmöglichkeiten)

Medaillon an der Fürstenloge (Röm 13)

Blick von der Fürstenloge

die Kanzel vor der Loge
mit Zeitgläsern, damit die Predigt nicht zu lang wird



Chor und Apsis des Domes von außen

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