Mittwoch, 21. Dezember 2011

Final Countdown

Der Advent neigt sich in seiner nunmehr vierten Woche unaufhaltsam seinem Ende zu und damit einem großartigen Anfang entgegen. Gott selbst ist Mensch geworden und wird Weihnachten geboren! Der Messias wird kommen.

Auch im Alltag wird es immer hektischer im Strom der Zeit auf das große Fest hin: die Weihnachtspost muss geschrieben, frankiert und zum Postkasten gebracht werden; die Geschäfte platzen aus allen Nähten und selbst die sinnlosesten Geschenke finden noch einen Käufer; in Norwegen ist die Butter aus und erzielt enorme Schwarzmarktpreise (bis 350€ pro Pfund); in großen Bäckereien und in heimischen Küchen läuft die Keks- und Stollenproduktion auf Hochtouren; Karpfen, Gänse, Enten, Weihnachtsbraten liegen in den Kühlregalen oder beim Fleischer...

Wer hätte so etwas vor 2000 Jahren erwartet? Niemand? Nun, ich glaube, es gab schon enorme Erwartungen, doch gingen diese wohl in eine ganz andere Richtung als die unsrigen. 
Die Menschen in Israel warteten auf den Messias und auf einen machtpolitischen Umsturz (gut, darauf warten Presse und Medien und einige Politiker hier im Lande ja anscheinend zur Zeit auch wieder, es werden regelrechte Jagdszenarien auf alle in Politiker in Regierungsverantwortung inszeniert), eine große Hoffnung auf einen auch innerlichen Frieden, nicht nur äußeren Schein. 
Schon damals waren die Leute unruhig in ihrer Erwartung und dies zieht sich bis heute durch, auch wenn die Motive andere sind. Die Menschen damals spürten, dass die Zeit für den Messias angebrochen war; die Menschen heute schauen auf den Kalender und sehen dass es nur noch wenige Tage bis zum Fest sind. Damals wie heute sind die Erwartungen groß  und so oft soweit entfernt, von dem was sich ereignen wird. 
Jesus wird in einem Stall zur Welt kommen, er wird keine großen Revolutionen anzetteln und Kaiser und Könige nicht von ihren Thronen stürzen - er wird auch heute wieder zur Welt kommen, wenn wir ihm zwischen all den Geschenken, dem Braten und der Hetze ein wenig Platz einräumen.
Damals wie heute ist es notwendig, dass wir uns auf sein Kommen einlassen, auch wenn es sooft nicht unseren Vorstellungen entspricht. Wenn wir Ihm erstmal ein wenig Platz eingeräumt haben, wird er sich auch Raum schaffen in unseren Herzen, ganz innerlichen Frieden schaffen und so alle Erwartungen übertreffen.

Es ist einen Versuch wert, Ihm in diesen letzten Tagen des Advent ein bisschen Zeit zu schenken und Raum zu geben, damit das Öffnen der Kalendertürchen auch ein Countdown des Herzens und der Seele werden kann.

Maria gab Ihm Platz in ihrem Herzen,
daraus sollte reiche Frucht wachsen
und so erfüllte ER ihr ganzes Leben.

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