Donnerstag, 2. Februar 2012

Nun lässt du, Herr, deinen Knecht...

... wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, dass du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für dein Volk Israel. (Lk 2,29 - 32)

Welche Gnade ward dem Greisen Simeon zuteil! Nach seinem langen Leben in der Erwartung des Messias darf er IHN sehen, Christus das Licht.  Und auch die Prophetin Hanna darf mit 84 Jahren noch den schauen, auf den sie ihr ganzes Leben ausgerichtet hat. Dieser Begegnungen in Jerusalem gedenkt die Kirche heute am Fest der Darstellung des Herrn.

Was gäbe ich dafür, mit dem Greisen zu tauschen und den Herrn leibhaftig zu sehen. Es ist eine große Gnade, die diesen beiden alten Menschen zuteil ward. Sie dürfen den wahren und einen Gott, der in Christus Fleisch angenommen hat, von Angesicht zu Angesicht schauen.

Es gibt viele Ungewissheiten in unseren Leben und oft sind wir von unseren Sorgen und Ängsten regelrecht erschlagen. Oft scheint die Welt ganz im Dunkel von Trauer, Wut, Angst und Hoffnungslosigkeit unterzugehen. In diese Finsternis tritt Gott in unser Leben ein und wird uns zum Licht. Auch wenn wir ihn heute nicht mehr in der Form sehen dürfen, wie es Hanna und Simeon zuteil ward, so doch in vielfältigen Formen, von der gewandelten Hostie bis hin zum Nächsten, in dem wir IHN erkennen dürfen. In all diesen Momenten wird unser Leben ein wenig heller und so strahlen auch wir IHN immer mehr aus.
Wie das einzelne und kleine Licht einer Kerze nicht geringer wird, wenn man es mit einem anderen teilt und der dunkle Raum nach und nach immer mehr vom Schein der Kerzen erfüllt wird.

Auch wenn wir nicht mit Simeon und Hanna tauschen können dürfen wir uns so vom Licht umfluten lassen, vom Licht das Christus selber ist, dass uns Hoffnung und Heil bringt, Liebe und Wärme spendet, die Erde ganz erfüllen will.
In Christus wird uns Gewissheit zuteil in den vielen Fragen unseres Lebens, wir müssen nur die Augen auf machen und IHN erkennen.

Hanna und Simeon im Tempel (Rembrandt)


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