Dienstag, 6. März 2012

Die erste Woche...

... meines Praktikums ist schon wieder vorüber und ich muss sagen, dass es mir sehr viel Spaß macht, hier zu sein und zu arbeiten. Praktika sind immer wieder eine schöne Gelegenheit, nicht nur in der Theorie  (die ja zuweilen auch sehr spannend und interessant ist) zu bleiben, sondern eben auch das Gelernte mal in der Praxis anzuwenden. Das gilt nicht nur für Ingeniersstudiengänge wie Maschinenbau, sondern auch für die Theologie. Sicher muss ich hier kaum die großen Theologen wie Thomas von Aquin oder auch Joseph Ratzinger herbeten können, aber ich glaube, die Menschen spüren sehr schnell, wie man den Glauben verinnerlicht hat und auch was für ein theoretisches Hintergrundwissen da ist, das die ein oder andere Entscheidung oder Aussage eben doch prägt.

In der vergangenen Woche habe ich auf jeden Fall wieder viele gute Erfahrungen sammeln können. Ich bin kein großer Sänger, aber wenn man die Gläubigen fragt, ob sie einem helfen, die Lieder anzustimmen,  muss auch der Kreuzweg nicht ohne Lieder gebetet werden. Ich bin kein großer Fan von langen Sitzungen und Debatten, aber im Pfarralltag gehören diese heute notwendig dazu, um das gemeinsame Leben im Glauben zu gestallten und ihm Form zu geben. Meine Heimatpfarrei Merseburg besteht aus 10 Gemeinden, die über eine riesige Fläche verteilt sind - die Pfarrei hier besteht aus vorrangig aus 2 Gemeinden, die lediglich durch eine Hochstraße voneinander getrennt sind und doch oder vielleicht gerade deshalb sind die Verlustängste, wenn etwa Gottesdienstzeiten verändert werden, viel größer. Ich gehe gerne jeden Sonntag in die Heilige Messe und gerne auch jeden Tag, aber 5 Sonntagsmessen sind doch ganz schön viel der Gnade.

Nachdem ich nun gestern frei hatte und den Tag mit einer netten Jazz-Jam-Session im Objekt 5 in Halle ausklingen lassen habe, geht mein Praktikum nun in die zweite Woche. Nach der Hl. Messe in der Kapelle des Klosters (ich war wirklich überrascht, wie groß das Kloster ist und was für eine tolle Kapelle die Schwestern haben - vielleicht schaffe ich auch mal einen Post darüber) um 7 Uhr und dem anschließenden Frühstück mit dem Propst, habe ich nun noch ein paar Minuten frei, bevor ich zum Seniorenvormittag gehe und mir dort einen Vortrag des Misereorgastes Mohammed Shafkat Alam über Menschenwürdiges Leben auf den Müllhalden Kalkuttas anhören.

Ich habe jetzt übrigens Internet hier in der Pfarrei und muss nicht mehr extra auf den Markt pilgern und dort frieren. Hoffentlich komm ich dadurch auch wieder ein bisschen mehr zum bloggen. Ich hoffe auch, dass ich mal ein Fotos von den beiden großen Kirchen hier machen kann, um nicht nur schöne evangelische Kirchen ins Bild zu setzen ;)


Kommentare:

Braut des Lammes hat gesagt…

Ah, ich dachte schon, "Neues aus dem 'Roten Horizont'…" :}

Klemens hat gesagt…

Ja, ich bin eigentlich recht gerne da... ist sehr gemütlich und die heiße Schokolade ist sensationell ;)

Aber jetzt gehts auch in der Pfarrei ;)

Admiral hat gesagt…

Das Objekt 5 ist schon irgendwie ein cooler Laden. Vor ein paar Jahren war ich zufällig beruflich in der Gegend und konnte ein Konzert von Chumbawumba da besuchen. :-)