Montag, 25. Juni 2012

23 Jahre Christ, Geradlinigkeit, Wochenende und Lutherschüler

Heute mache ich mal einen kleinen Sammeleintrag, aller Gedanken, die ich schon in den letzten Tage bloggen wollte, aber nicht dazu gekommen bin.

Als erstes: Gestern vor 23 Jahren wurde ich in meiner Heimatkirche getauft. Zum Geburtstag des heiligen Johannes getauft zu werden ist für mich sehr schön. Zum einen kann ich es mir super merken, so ein Datum vergisst man ja nicht einfach. Zum anderen mag ich den heiligen Johannes sehr. Er zeigt immer wieder worum es im Leben geht, wenn er beharrlich auf den verweist, der da kommt. Es geht auf dem Weg zum Priestertum auch genau darum: zu lernen, auf Christus zu zeigen und mich nicht selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Zeugnis geben, aber nicht, um mich selbst zu präsentieren, sondern auf Gott zu zeigen.
So denke ich jedes Jahr besonders am Johannes-Tag an meine vielen tollen Erfahrungen und Erlebnisse in der Kirche zurück und bin dankbar, dass mich meine Eltern haben taufen lassen und mich so in diese tolle Gemeinschaft und in die Liebe Gottes hineingeholt haben. Es ist wie ein Geburtstag für den Himmel =)

die Taufkapelle in meiner Heimatkirche

Übers Wochenende war ich mal wieder in meiner Praktikumsgemeinde in Zeitz und hatte wieder eine gute Zeit dort. Es macht mir wirklich Spaß, bei der Jugendstunde, beim Ministrantenvormittag, beim Tombola-Gewinne fertig machen, Familienkreis, den vielen Gesprächen und vor allem bei den Messen merke ich immer wieder, dass ich mich auf einem guten Weg befinde, weil ich einfach Freude daran habe und mir der kirchliche Dienst gut tut. 
Es ist schön, ansprechbar zu sein. Es ist schön, den Glauben und was so dazu gehört weitergeben zu dürfen. Ich habe wahnsinnig viel Freude an der Liturgie. 

Nach der Messe im Zeitzer Dom gestern sprach mich dann ein Mann an, mit dem ich vor einigen Monaten, bei einem Wochenend-Praktikum im Wintersemester einmal bei einem Familienkreis ins Gespräch kam. Er sprach mich damals darauf an, dass ich nach dem Gottesdienst immer in Soutane vor der Kirche stand und mich gefragt, ob ich so konservativ oder traditionalistisch sei. Ich habe damals im Familienkreis sehr lange darauf geantwortet und gestern dankte mir dieser Mann für meine geradlinige Antwort und sagte mir, dass er das so sehr gut findet. 
Ich habe mich darüber gestern sehr gefreut. Ich bin kein Traditionalist und auch nicht bei den Pius-Brüdern, aber ich finde es gut, den Menschen zu zeigen, dass ich mich für Gott auf den Weg gemacht habe und da auch gerne unterwegs bin. Das geht natürlich nicht nur durch die Soutane (und die trage ich ja auch nur, wenn ich zur Messe unterwegs bin oder direkt danach, wenn ich sie dann dort wieder in meinen Koffer packen muss), sondern vor allem durch das persönliche Zeugnis im Gespräch, in der Arbeit und im Gebet.

Zeugnis geben konnte ich auch heute hier in Erfurt. Vor einiger Zeit bekam der Regens eine Anfrage, ob es möglich wäre, jungen evangelischen Schülern, die von ihren Lutherschulen im Rahmen eines Projektes nach Erfurt kommen, hier etwas über Berufung und Priesterwerden zu erzählen. 
Heute kamen dann etwa 10 Schüler hierher zu Besuch und zusammen mit meinem Kursbruder Stephan zeigte ich ihnen die Fakultät und das Priesterseminar. In unserer Lounge machten wir dann noch eine kleine Runde und kamen durch die Fragen der Schüler gut ins Gespräch. 
Das Bild vom katholischen Priester ist in der Gesellschaft ja schon in vielerlei Hinsicht sehr verschieden von der Realität priesterlichen Lebens. So war es für die 9.Klässler sehr interessant zu hören, dass wir auch Computer und Handys haben, Fernsehn schauen, normal essen und trinken... Natürlich wurde auch nach dem Leben ohne Ehe gefragt und gerade da war es uns wichtig, auch ein persönliches Zeugnis zu geben.

Es ist also viel los zur Zeit und ich freue mich immer mehr auf meine Exerzitien im Sommer, wenn endlich mal nichts mehr los sein wird.
Morgen halte ich aber erstmal ein Referat über das Bistum Merseburg... vielleicht gibt da demnächst mal ein paar Bilder zu...

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