Donnerstag, 7. Juni 2012

Der Priester lebt aus der Gemeinschaft mit dem eucharistischen Herrn

Zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi und auch anlässlich der diamantenen Gründungsjubiläums des Priesterseminars Erfurt ein Ausschnitt eines Artikels, den Prof. Konrad Feiereis dem ersten Regens zum Goldenen Weihejubiläum schrieb:

Unvergessen bleibt uns damaligen Theologen der Abend vor dem Fronleichnamsfest: Es sind Regenspuncta angesetzt. Der Leiter des Priesterseminar und Professor Kleineidam hält die geistliche Besinnung. In klaren Worten zeichnet er das Bild des priesterlichen Lebens: Der Priester lebt aus der Gemeinschaft mit dem eucharistischen Herrn - oder er ist nicht wahrhaft Priester. So notwendig die wissenschaftliche Ausbildung auch ist, letztlich entscheidet sich unsere Berufung an unserer Liebe zu diesem Sakrament, in dem der Herr in den Zeichen von Brot und Wein gegenwärtig ist. Was uns beeindruckte, war die Übereinstimmung von Leben und Wort bei dem Mann, der zu uns sprach (aus: TdH - Jg. 29, Nr. 2, 15)

Ich denke, der Kern dieses kurzen  Ausschnittes macht etwas sehr wichtiges deutlich. In all den Fragen um Reformen von Strukturen, dem Ruf nach der Abschaffung des Zölibates, dem Fingerzeigen auf diejenigen die vermeidlich außerhalb der Kirche zu stehen scheinen, in all diesen lärmenden Prozessen, die unseren Alltag füllen, vergessen wir viel zu oft die Mitte unseres Glaubens aus den Augen: Jesus Christus, Gott selbst, gibt sich für uns Menschen in den Gestalten von Brot und Wein. Er wird uns durch seinen Tod am Kreuz zum Heil und schenkt sich uns in der Feier des eucharistischen Opfers ganz und gar. 
In der Anbetung dieses Brotes, dass durch Ihn selbst zu Seinem Leibe wird, schauen wir immer wieder Seine Liebe und Hingabe. In der Stille der Anbetung hören wir Seinen Ruf nach Einheit und Nachfolge. Im Schauen Seines Leibes schöpfen wir Kraft für unseren Dienst im irdischen Leibe Christi. 
Dies ist vor allem für die Priester von großer Bedeutung: Wenn sie täglich während der Heiligen Messe in Seinem Auftrag zu Seinem Werkzeug werden. Wenn nicht mehr sie die Akteure sind, sondern Er selbst durch sie handelt. 

Wie will ein Priester ein Stück Brot in den Leib des Herrn wandeln, wenn nicht durch Ihn selbst? Wie kann ein Priester die Messe feiern, wenn er nicht in Gemeinschaft mit Christus lebt? Wie kann priesterliches Leben gelingen, wenn der Priester Ihn aus den Augen verliert?

Fronleichnam ist das Fest, dass uns Christus immer wieder neu in den Blick rückt. Nicht nur im vertrauten Kreise der Gemeinde und der Kirche. Sondern auf den Straßen der Städte und Dörfer, bei den Prozessionen und dem eucharistischen Segen an den Altären.

Christus strahlt an diesem Fest ganz besonders in die Welt hinein, wenn wir ihn nicht verstecken und wegschließen, sondern mit ihm an all den Menschen vorbei durch die Welt ziehen, die zu erlösen er sich hingegeben hat.

Fronleichnam auf den Erfurter Domstufen:
Regens Kleineidam, Weihbischof Freusberg und Subregens Rothkegel

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