Freitag, 29. Juni 2012

Peter, Paul, Papst und Pallium

Traditionell zum Hochfest der heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus hat Papst Benedikt heute die Pallien an die im vergangenen Jahre neu eigesetzten Metropoliten verliehen. So hat auch der Berliner Erzbischof, Kardinal Woelki, heute das Pallium vom Heiligen Vater empfangen und dazu erklärt, warum er dieses "Tuch" bekommt und es mit nach Berlin bringt:

Eigentlich müsste ich in Berlin sein. Morgen haben Petrus und Paulus Namenstag und Petrus ist einer der Patrone unseres Erzbistums. Und am Samstag vor einem Jahr ist mein Vorgänger, Kardinal Sterzinsky, verstorben. Also eigentlich zwei wichtige Termine, bei denen der Bischof nicht fehlen sollte. Und trotzdem bin ich nicht in Berlin sondern in Rom, aber dafür gibt es gute Gründe:
Als Erzbischof, der ich seit beinahe einem Jahr bin, wird mir Papst Benedikt XVI. morgen das sogenannte Pallium überreichen. Das macht der Papst nicht per Post sondern in einem feierlichen Gottesdienst im Petersdom und für alle neu ernannten Erzbischöfe gemeinsam.
Ein Pallium ist ein ringförmiges Stoffband; so groß, dass man es auf den Schultern tragen kann – wie eine Stola. Es ist aus Lammwolle gewebt, darauf sind aus Seide sechs Kreuze aufgestickt. Die Wolle stammt von Lämmern, die eigens vom Papst gesegnet wurden.
Ein ziemlicher Aufwand – zugegeben – für ein Stück Stoff, das als Kleidungsstück keinerlei Funktion hat. Aber es ist eben mehr als ein Stück Stoff, und auch wenn es keine Funktion hat, so hat es doch eine Bedeutung:
Ich bekomme das Pallium direkt aus den Händen des Papstes. Das soll die Verbindung mit der ganzen Weltkirche ausdrücken: zu wissen, dass ich mich im Glauben verbunden weiß mit Menschen auf der ganzen Welt.
Wir werden Gottesdienst feiern über dem Grab des Apostels Petrus. Das zeigt die Verbindung mit der Geschichte unserer Kirche bis zu den ersten Aposteln. Dadurch wird auch deutlich, dass ich in der Nachfolge der Apostel stehe und so in besonderer Weise aufgefordert bin, zu meinem Glauben zu stehen und ihn zu bekennen.
Das Pallium ist aus der Wolle von Lämmern gewebt, das erinnert mich daran, dass der Bischof als der Hirte bezeichnet wird, der dafür verantwortlich ist, dass seine Herde zusammen bleibt, der sich kümmern muss, wenn es Probleme gibt.
Ich bringe das Pallium mit nach Berlin, damit es mich und alle daran erinnert.

[Quelle: Erzbistum Berlin]

Auf der Seite vom Domradio gibts auch schon einen kurzen Videoausschnitt zur Überreichung des Palliums.


Allen, die heute am Hochfest ihren Namenstag feiern, wünsche ich Gottes reichen Segen und alles Gute!

Peter und Paul sind auch die Patrone des Zeitzer Domes
und der Pfarrei Zeitz

Vor allem gilt es heute aber, für den Heiligen Vater zu beten, der als Nachfolger des Apostels Petrus heute das oberste Hirtenamt in der Kirche ausübt. Seit 7 Jahren opfert sich Papst Benedikt XVI. in seinem Dienst an der Einheit als Pontifex Maximus auf und hat dabei schon große Erfolge verbuchen können, aber auch arge Enttäuschungen erleben müssen. Gerade in der letzten Zeit gibt es immer wieder Skandale um den Heiligen Stuhl und engste Mitarbeiter missbrauchen das Vertrauen des Papstes.
Ich denke, es ist wichtig, immer wieder für den Nachfolger des Apostels Petrus zu beten, für Papst Benedikt, den ersten unter den Bischöfen, dass er der Einheit der Kirche noch lange zutun kann und sich auch in Zukunft auf seine engsten Mitarbeiter vertrauen kann.


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