Mittwoch, 29. August 2012

Des Rätsels Lösung:

keine Weihrauchnebelmaschine ;)
Hier nun also die Lösung meines kleinen Bilderrätsels von gestern, die Magdalena ja auch schon herausgefunden hat: 

Bei diesen Löchern im Fußboden des Naumburger Domes handelt es sich um eine romanische Mikrophonie- und Lautsprecheranlage, wobei diese Löcher auf dem Foto als Lautsprecher fungieren. In der Krypta gibt es entsprechend dazu dann Schallmuscheln, die in der Decke eingelassen sind.

Sinn und Zweck dieser Anlagen im Naumburger Dom war die akustische Übertragung der Totenliturgien von der Krypta in den Chorraum. 
Ich kann mir vorstellen, dass man die Choräle mit ihren Obertönen sogar durch die gesamte Kirche hören konnte.

Besonders faszinierend daran ist, dass wir heute mit all unseren technischen Mitteln und wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr in der Lage sind, ohne elektronische Verstärkung so einen Kirchenraum zu beschallen. In der Bauzeit des Naumburger Domes (der Ostchor und die Krypta sind ja romanischen Ursprungs) war konnte man dies durch "ein paar kleine Löcher im Fußboden" ganz einfach lösen. Welcher Stein, den wir heute mit modernster Technik auf einen anderen setzen, wird in 1000 Jahren noch sein? Die Baumeister des Mittelalters aber konnten mit ihren scheinbar simplen Hilfsmitteln und technischen Möglichkeiten für die Ewigkeit bauen...

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