Montag, 27. August 2012

Unterwegs im schönsten Bistum der Welt (1)


Zugegeben, der Titel dieses Postings scheint ziemlich subjektiv, wenn nicht übertrieben. Aber trotzdem haben mir unsere diesjährigen Theologentage mal wieder gezeigt, wie wunderschön mein Heimatbistum ist (wovon ich ja eh schon einige Zeit überzeugt bin!).

das Portal der Kirche von Freyburg
man beachte die Weihrauch-Engel =)
Von Mittwoch bis Freitag waren Marcel und ich mit unserem Theologenreferenten und Personalchef, Rat Kriesel, rund um Naumburg unterwegs. Getroffen haben wir uns Mittwochmittag in Freyburg, wo es eine Kleinausgabe des berühmten Naumburger Domes gibt. Das gesamte Gebiet um Naumburg (Saale-Unstrut-Trias) ist geprägt vom Weinbau an den teils ziemlich steilen Hängen der Muschelkalkberge. So ziehen sich die Weinbau-Terassen durch die gesamte Region. 
Nach dem Mittagessen ging es dann zum steinernen Bilderbuch und in den Blütengrund, wo die Unstrut in die Saale mündet. Ein wunderbares Kleinod mittelalterlicher Architektur besuchten wir dann in Schulpforte. Dort liegt das alte ehemalige Zisterzienserkloster Pforte, das 1138 von Walkenrieder Zisterziensern gegründet wurde und so zur Filiation von Morimond gehört.
Klosterkirche und Kreuzgang sind größtenteils noch in originaler Bausubstanz erhalten und bieten einen phantastischen Einblick in die zisterziensische Architektur. Den Mönchen aus Pforte ist es wohl auch zu verdanken, dass Saale-Unstrut heute so ein großes Weinbaugebiet ist, da sie die gesamte Gegend für Acker- und vor allem Weinbau kultivierten. Beeindruckend ist auch die frühgotische Totenleuchte auf dem Klosterfriedhof.
In den Wirren der Reformationszeit wurde das Kloster dann am 9. November (!) 1540 aufgelöst und schon 1543 errichtete der protestantische Herzog Heinrich von Sachsen eine staatliche Schule, deren Schüler in den alten Anlagen ein klosterähnliches Leben führten.
Bis heute ist Pforte eine Landesschule, doch hat es eine sehr wechselhaft Geschichte und eine illustre Schüler- und Lehrerschaft hinter sich. Der berühmteste Sprössling Pfortes dürfte wohl Friedrich Nietzsche sein. Doch auch Friedrich Gottlob Kloppstock  und Johann Gottlob Fichte drückten hier die Schulbank.
Einblick in die Klosterkirche Pforta
derzeit wird im Chor restauriert, daher das Gerüst
Sowohl die Nazis als auch die Sozialisten missbrauchten das alte Kloster für ihre Bildungspolitik und haben die wunderbaren Anlagen schwer verkommen lassen, so dass es heute eine große Aufgabe ist, die gesamten Anlagen zu erhalten, vor allem die Klosterkirche mit dem Kreuzgang, aber auch die noch über anderthalb Kilimeter erhaltene Klostermauer etc.

Nachdem wir unseren Rundgang in Pforte beendet hatten, fuhren wir noch nach Himmelreich (ja, auch das Himmelreich liegt im schönsten Bistum der Welt!) und genossen die herrliche Aussicht auf das Saaletal, die Rudelsburg und Burg Saaleck.

Den Abend verbrachten wir dann in unserem Diözesan-Jugendhaus in Roßbach, wo auch gerade die Karibikwoche und damit der Abschied unseres bisherigen Jugendpfarrers Stefan Hansch begonnen hatte.

Dazu aber später...hier erstmal ein paar mehr  Bilder:


die schönen Terrassenweinberge in Freyburg 
ein doppelter Kreuzgang in Pforte - schon eine Seltenheit 
eine Salbstelle mit Reliquiengrab im alten Altar
wenn ich sowas sehe, werd ich immer sehr traurig... 
die Decke im Chor ist durch die DDR-Zeit hindurch schwer
in Mitleidenschaft gezogen worden..


echt toll =)

die alte Krankenkapelle 
die Totenlaterne auf dem Klosterfriedhof 
Blick auf die Klosterkirche

wer will da nicht hin ;) 
Blick vom Himmelreich über das Saaletal und die Burgen

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