Montag, 17. September 2012

Dem Herrn unter die Arme greifen

Heute durfte ich Jesus unter die Arme greifen und zwar im wortwörtlichen Sinne. In der kleinen barocken Dorfkirche in Lüttchendorf bei Eisleben haben wir einen gekreuzigten Corpus im Eingangsbereich von der Wand genommen. Der Turm, durch den man die Kirche betritt, soll gesichert werden und dazu muss zunächst auch der Stuck im Eingangsbereich gefestigt und gesichert werden.

Während mein Chef (heute war ich mal dem anderen Restaurator der beiden unterwegs) die verbogenen Nägel hinter den Händen durchgesägt hat, hielt ich den Herrn und stützte ihn ab. Das war schon irgendwie ein seltsames Gefühl: Dem verstaubten und dreckigen Jesus quasi vom Kreuz zu heben. 
Dabei wurde allerdings immer mehr der alten schönen Fassung sichtbar. Sowohl Lendentuch als auch Dornenkrone waren einst vergoldet. So ist wie manchmal im Leben... wenn wir den Menschen eine Last abnehmen, sie stützen und ihnen unter die Arme greifen, erkennen wir sie neu, erkennen ihren goldenen Kern, helfen in ihnen Jesus. So wird das einfache Helfen und Stützen zum Moment der Gotteserkenntnis und Christusschau. 

die kleine Dorfkirche St. Fabian und St. Sebastian in Lüttchendorf

für die Sicherung des Turmes muss der Corpus von der Wand

aber nicht nur der Turm wird gesichert,
auch der Herr wird aufgefrischt =)

Kommentare:

chiqitac hat gesagt…

Vielen Dank für die interessanten Einblicke!

Klemens hat gesagt…

gerne =)

das praktikum macht mir sehr viel spaß. da schreibe ich um so lieber ;)