Donnerstag, 8. November 2012

Ein musikalischer Gedanke zum heutigen Evangelium

Als in der Messe heute Morgen das Evangelium vorgetragen wurde, musste ich bei einer Stelle schmunzeln: "Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe ein, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet?" (Lk 15,8)

An sich ist an dieser Stelle nichts komisches... jeder, der schonmal Geld verloren hat, weiß wie ärgerlich das ist. Aber mir kam in just diesem Moment ein Rondo von Beethoven in den Sinn, dass ich schon seit meinen Kindheitstag kenne und schon damals einfach genial fand: "Die Wut über den verlorenen Groschen". 
Wie herrlich kann man sich bei diesem Stück vorstellen, wie der berühmte Ludwig van durch ganz Wien stürmt und seinen Groschen fluchend und vor Wut schäumend sucht - in seinem Hause die Treppen hinauf und hinab springt und jeden Winkel nach dem verlorenen Groschen  durchforstet  und immer ungeduldiger wird. Wer weiß, zu welchem Gut nun der verlorene Groschen fehlt... 
Ein herrliches Stück also, dass zum Geschichten weiterspinnen einlädt... oder wie man es heute so schön sagt: "Kopfkino".

Möge der heilige Antonius dem armen Beethoven beigestanden und dieser seinen Groschen dann vielleicht auch in den Opferstock gegeben haben.


1 Kommentar:

kalliopevorleserin hat gesagt…

Das ist hinreißend.
Der Groschen rollt vor Beethoven her wie lebendig. Und der Meister gerät immer mehr außer Fassung. Zuletzt fällt der Groschen in einen Gully, Wutschrei, Ende.