Freitag, 9. November 2012

Friedrich Maria Rintelen

Heute vor 24 Jahren starb in Paderborn Weihbischof Dr. Friedrich Maria Rintelen, über den und dessen Wirken ich meine Magisterarbeit schreiben darf. Im Vorwort zur dritten Auflage seiner "Erinnerungen ohne Tagebuch" schreibt sein guter Freund, der damalige Paderborner Generalvikar Bruno Kresing, über Rintelens Sterben:

"Wenn ich bedenke, wie Bischof Friedrich Maria Rintelen in die Ewigkeit ging, [...] Nach dem Empfang der heiligen Krankensalbung auf dem Krankenbett hatte er den Wunsch nach einer Zigarre - es wurde die letzte in seinem Leben."

Es ist wohl wirklich eine Gabe, dem Tod in solcher Gelassenheit und irgendwie auch Vorfreude wie Weihbischof Rintelen entgegenblicken zu können. Beeindruckend finde ich auch, dass ein Mensch wie er, der so viele und derbe Enttäuschungen hinnehmen musste, dennoch immer in solcher Herzensgüte von den Dingen sprach, die er erlebt hat und nie nur ein schlechtes Wort über die Personen sprach, mit denen er zu tun hatte.

Ein Jahr nach dem Tode Rintelens fiel in Berlin die Mauer und damit verbunden war die Wiedervereinigung Deutschlands. Ein Ereignis, dass der Weihbischof sich schon seit der Spaltung des einen deutschen Volkes nach dem Krieg im Jahr 1945 ersehnte. Nie fühlte er sich als "Ossi" oder "Wessi" - er war ein westdeutscher Weihbischof, der im Osten seinen Hirtendienst mit ganzer Hingabe versah. Ein Mensch, für den die Staatengrenze im Umgang mit der ihm anvertrauten Herde keine Rolle spielte...




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