Freitag, 2. November 2012

Memento - November

Ich erinnere mich, dass ich als Schulkind den November immer als einen schrecklich traurigen Monat empfand. Ich hatte den Eindruck, dass es in keinem anderen Monat im Jahr so viele Tage gibt, an denen der Himmel grau in grau ist und es regnet und fad ist, wie im November. Heute sehe ich das ein bisschen anders und weiß auch, dass es in anderen Monaten genau so grau am Himmel sein kann - aber die Erinnerung an die grauen Novembertage meiner Schulzeit bleibt.

Erinnerung spielen im November eine große Rolle: Zunächst feiern wir ja am 1. November das Gedenken an alle Heiligen. Heute, am 2. November, gedenken wir dann unserer lieben Toten und auch all derer, die niemanden mehr haben, der für sie betet, die scheinbar vergessen sind. In einigen Kirchen brennt den gesamten November hindurch eine besondere Totenlampe, wie eine Art ewiges Licht.  Im Erzbistum Berlin gedenken die Gläubigen am 8. November all ihrer Märtyrer. Besonders für das Deutsche Volk ist der 9. November ein Tag besonderer Erinnerungen an große Ereignisse der Geschichte: furchtbare als auch glückliche. Am 13. November feiert man im Bistum Dresden-Meißen das Gedenken an alle Heiligen des Bistums. An eben jenem Tage wurden im Jahre 1944 die drei Priester Herbert Simoleit, Friedrich Lorenz und der selige Carl Lampert von den Nazis hingerichtet...

Die Liste der Gedenken im November ließe sich wohl noch beliebig fortsetzen... Wichtig ist bei all diesen aber, dass das Gedenken nicht einfach ein Blick zurück ist, sondern auch mit dem Blick in die Gegenwart und in die Zukunft verbunden ist. 
Das Gedenken an Ereignisse und Personen der Vergangenheit weitet unseren Blick und lässt uns wachsam bleiben:
Das Gedenken an die Heiligen zeigt uns, dass auch wir berufen sind, heilig zu werden - unser Leben am Evangelium auszurichten und den Willen Gottes als den unsrigen anzunehmen. So können wir für Gott und auf ihn durchsichtig werden und durch Christus das Licht in der Welt aufstrahlen.
Wenn wir uns heute auf unsere lieben Verstorbenen besinnen und ihrer gedenken, spannen wir gleichsam einen Bogen ins Heute und in die Zukunft. Wir erinnern uns daran, dass auch wir vergänglich sind und einmal heimgehen werden. Dann werden unsere Taten, wird mein eigenes Leben in der Liebe Christi aufgewogen. Heute habe ich die Chance, in eben jener Liebe zu handeln. Schon morgen kann es zu spät sein.
So brennt die Totenlampe in den Kirche nicht nur zur Erinnerung an die Verstorbenen, die in der Vergangenheit lebten, sondern auch als Mahnung und Erinnung an die Zukunft: Unser Leben auszurichten an der Liebe Christi, Ihn in die Welt zu tragen und die Frohe Botschaft zu verkünden. Es ist keine Alternative, die Hände in den Schoß zu legen und zu meinen, so nichts schlechtes tun zu können.

So betrachtet ist der November kein trauriger Monat - denn nehmen wir das Gedenken ernst und erinnern uns auch an die grauen Stunden im Leben, richten wir uns in unserem Handeln daran aus, in der Geschichte zu stehen und diese mit Gott bestreiten zu können, dann kann doch durch unser Tun soviel Licht in die Welt kommen, dass sie wohl deutlich heller werden wird. 

Das gibt doch viel Hoffnung =)

Keine Kommentare: