Montag, 31. Dezember 2012

Rückblick und Ausschau

Der letzte Tag des Jahres lädt immer in besonderer Weise ein, den Blick noch einmal auf das Vergangene zu werfen, auf die schönen und auf die schweren Stunden der letzten Monate, auf Freude und Leid, auf Licht und Schatten. Doch soll der Blick bei alledem nicht auf dem geschehenen bleiben, sondern sich der Zukunft zuwenden, auf das Kommende.
Ich schreibe meine Magisterarbeit im Fach Kirchengeschichte und da besteht ja oft die Gefahr, sich allein auf die Vergangenheit zu beschränken - es ist ja auch wahrhaft spannend, sich mit den Geschehnissen früherer Zeiten - egal welcher - zu befassen, sie zu untersuchen, zu versuchen, Ungereimtheiten zu entziffern, Verborgenes aufzudecken. Das ist eine große Aufgabe, die mir sehr viel Freude bereitet. Doch geht es bei alledem immer auch darum, den Fingerzeig Gottes in der Geschichte zu finden, sein Wirken und Handeln in den Menschen zu erkennen. Gott geht mit uns durch die Zeit: Er hat mit uns die Vergangenheit in ihren Höhen und Tiefen, auf den Hügeln der Freude und den Tälern der Trauer durchschritten, er wirkt in der Gegenwart und wird auch in der Zukunft bei uns sein und uns begleiten. Gestern - Heute - In Ewigkeit!
Das ist eine froh stimmende Hoffnung, die uns Christen inne wohnt und für deren Gehalt wir auch in der Eucharistie immer wieder Danke sagen. Er, der für uns Mensch geworden ist, der sich für uns in den Tod gegeben hat und auferstanden ist, wird immer bei uns sein. Gott sei Dank!

Wenn nun heute an Silvester 2012 mein Blick zurückgeht, so sind es einige Eckpunkte, an die ich besonders gerne zurückdenke und die auch in Zukunft wichtige Stützen auf meinem Weg zu Priestertum bilden können.
  • Zwei wirklich großartige Praktika durfte ich im vergangenen Jahr absolvieren: Als erstes mein Gemeindepraktikum in der Propstei- und Moritzpfarrei in Halle bei Propst Hentschel, den ich in den letzten Tagen auch noch einmal besucht habe. Als zweites mein Betriebspraktikum beim Restauratorenkollegium Pröpper und Hänel in Blankenburg im September. Aus beiden Praktika durfte ich viele gute Erfahrungen mitnehmen, tolle neue Kontakte und das Gefühl, richtig auf dem Weg zu sein.
  • In Paderborn durfte ich zu Libori Ende Juli und zu Klein-Libori im Oktober wirklich schöne Tage erleben und nicht nur eine wirklich großartige Freundschaft bestärken. 
  • Bei meinen Exerzitien im Stift Heiligenkreuz und meinem Urlaub in Wien konnte ich mein Wien-Fernweh ein bisschen stillen, geistig und geistlich Auftanken. Ich habe wieder viel über Kunst und Architektur gelernt, Geschichtsträchtige Orte und Gegenstände entdecken dürfen und wiederum alte Freunde wiedertreffen können.
  • Im Priesterseminar hat uns ein kleines Hochwasser viel Schweiß gekostet und Spaß gebracht. Fünf Diakone durften wir auf ihrem Weg zur Priesterweihe begleiten. Mit Kardinal Kasper konnten wir unser 60-Jähriges feiern. Gemeinsam konnten wir den 71. Geburtstag Bischof Wankes feiern, aber auch dessen Rücktritt und Emeritierung. Etwas gestresst sind wir zur Zeit alle von unserer Dauerbaustelle im Garten, die uns seit dem Sommer mal mehr, mal weniger unterhält, oder aus dem rüttelt. Wenn wir es dann im Zimmer gar nicht mehr aushalten, sorgt ein Ikea-Plüsch-Fußball auf dem Flur immer wieder für gute Laune und lustige Partien "Mann gegen Mann" ;)
  • In meiner Heimatgemeinde haben wir einen tollen jungen Kirchenmusiker bekommen und unseren Pfarrer verloren. Seitdem leitet unser Vikar die Pastoral unserer Pfarrei und kommt bei den Gemeindegliedern gut an. Mit gutem Gespür und Geschick hat er dafür gesorgt, dass die Pfarrei die Trauer über Fortgang des Pfarrers bewältigt hat und nun mit frohem und hoffnungsvollem Blick in die Zukunft schaut. 
  • Am ersten Advent wurden 6 Mitbrüder zu Lektoren und mein lieber Mitbruder und guter Freund Stephan und ich zu Akolythen beauftragt. Für uns alle war es ein Schritt auf das Ziel hin Priester zu werden, um bei den Menschen zu sein, ihnen die Frohe Botschaft zu verkünden und ihnen Christus zu bringen.
  • In allen Höhen und Tiefen des Jahres haben mir immer wieder viele gute Freunde geholfen und mich begleitet. In allem durfte ich mich immer wieder von ihnen und ihrem Gebet getragen wissen. In allem hatte ich immer das Gefühl, nie allein zu sein und gerade in diesen Freunden Zeugen des Handelns und Mitgehen Gottes zu erfahren.
Für all das und die vielen Erlebnisse, die ich hier nicht alle aufzählen kann, gilt es Danke zu sagen! Danke für den gemeinsamen Weg durch das Vergangene - Danke für den gemeinsamen Weg, den wir in Zukunft beschreiten dürfen. 

Manchmal trennen sich Wege, manche Türen verschließen sich. Doch heißt das nicht, dass so eine Freundschaft dann ihren Wert verliert oder nie bestanden hat. Denn wie oft schon haben sich die Wege wieder gefunden, wie selten sind Türen für immer verschlossen. Das Erlebte bleibt und was Kraft gibt, ist ein Geschenk. Was uns auszehrt und ermüdet, dürfen wir zurücklassen und in die Hände Gottes legen.

So bleibt mir bei allem Dank auch noch, mich zu entschuldigen: wo ich gefehlt habe, wo meine Fehler Freundschaften gefährdet und aufs Spiel gesetzt haben, um Vergebung zu bitten, wo ich ein Miteinandergehen schwer oder gar unmöglich gemacht habe, wo ich Wunden hinterlassen oder alte Wunden aufgerissen habe. Ich hoffe, in all diesen Fällen, dass sich unsere Wege im Guten wieder finden!

Ich wünsche euch schöne letzte Stunden des Jahres 2012 und ein gesegnetes und erfülltes Jahr 2013!
Auf das Neue und viele weitere glückliche Jahre! Ad multos annos!

Das obligatorische Silvesterfeuerwerk darf auch nicht fehlen ;)

1 Kommentar:

Admiral hat gesagt…

Ebenfalls alles Gute auch von mir.

Meine Favoriten dieses Jahr bei Dir waren übrigens die Posts über das Restaurierungspraktikum.