Freitag, 18. Januar 2013

Der neue Bischof von Dresden-Meißen

Der Kölner Weihbischof Heiner Koch wurde zum neuen Bischof der Diözese Dresden-Meißen ernannt und hat den Gläubigen seiner zukünftigen Herde sogleich einen guten Brief geschrieben:


Köln, den 18. Januar 2013


Liebe Schwestern und Brüder im Bistum Dresden-Meißen!


Gleich nach der eben erfolgten Bekanntgabe meiner Ernennung zum Bischof des Bistums Dresden-Meißen sende ich Ihnen einen herzlichen Gruß. Ich danke dem Heiligen Vater für meine Berufung und Ihrem Domkapitel für die Wahl. Mit froher, gespannter und zuversichtlicher Erwartung sehe ich unserer gemeinsamen Zeit in unserem Bistum entgegen.

Vom Rhein zur Elbe, vom gotischen Dom in Köln zur barocken Hofkirche in Dresden, vom Rheinland nach Sachsen und Thüringen, vom Westen in den Osten Deutschlands: Welcher Reichtum des Lebens und des Glaubens steht hinter diesen Wirklichkeiten! Wie tief ist dabei die verbindende Einheit des Glaubens und der Kirche! Und wie tief die uns zu allen Zeiten und an allen Orten geschenkte Gegenwart Gottes, in der wir leben dürfen! „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Der Herr ist nahe.“ (Phil 4,4-5) Diese Worte aus dem Philipperbrief wählte ich aus tiefer Überzeugung und persönlicher Erfahrung zu meinem bischöflichen Wahlspruch.

Welche Chance, mit so unterschiedlichen uns von Gott gegebenen Charismen, Prägungen und Erfahrungen miteinander glauben und Gott und die Menschen lieben zu lernen. Reich ist die Vielfalt in unserem Bistum mit seinen Gemeinden und Gemeinschaften, seinen Priestern, Diakonen und Ordensleuten, mit seinen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, mit den zahlreichen Einrichtungen in der Seelsorge, der Verkündigung und der Caritas. Gerade im gegenwärtigen Jahr des Glaubens, das Papst Benedikt XVI. ausgerufen hat, können wir einander im Glauben Anteil geben und Anteil nehmen und so die Kirche, unsere Gemeinden und Gemeinschaften als Lebens- und Lernorte des Glaubens gestalten. Ich freue mich sehr auf unsere Begegnungen und unser aufmerksames Kennenlernen.

Das Evangelium ist eine frohe Botschaft für alle Menschen. Sie kann durch uns zu einer Einladung für alle Menschen in unserer Gesellschaft werden, für die wir als Kirche berufen sind. Sie ermutigt uns, mit so vielen und für so viele Menschen, die unseren Glauben und unsere Gemeinschaft nicht oder noch nicht teilen, Gottes Gegenwart zu entdecken und seine Nähe erfahrbar werden zu lassen. Welch‘ großes Bistum ist das Bistum Dresden-Meißen angesichts dieser vielen Menschen! Ich bin auf den Dialog mit ihnen in den verschiedenen gesellschaftlichen, politischen, wissenschaftlichen, kulturellen und künstlerischen Lebensbereichen sehr gespannt. Wie viel Gutes und Bereicherndes werde ich auch von ihnen lernen können. Gerade in unserem von der Musik so geprägten Land ist es mein großer Wunsch, dass wir zusammen die Botschaft Gottes für die Menschen zum Klingen bringen.

Ich freue mich sehr auf die ökumenischen Begegnungen. Es ist gut, dass wir miteinander auf dem Weg sind und so einander helfen, den uns von Gott gegebenen Auftrag als Christen und als Kirche um Gottes und um der Menschen willen zu erfüllen.

Mit ganzem Herzen übernehme ich die Verantwortung meines bischöflichen Amtes in der Nachfolge großer Dresdener Bischöfe, vor allem meines geschätzten Vorgängers Bischof Joachim Reinelt. Die Begegnungen mit ihm sind für mich immer eine Bereicherung. Im bischöflichen Amt wird das Voraus Christi vor seiner Kirche sakramental sichtbar und wirksam, wie wir es vor allem in der Eucharistie, der Mitte unseres kirchlichen Lebens, feiern. Es ist für mich eine große und bewegende Aufgabe, in meinem Dienst und in meinem Amt die sakramentale Verbindung mit Christus und der Kirche, mit ihren Bischöfen zu allen Zeiten und an allen Orten und mit dem Heiligen Vater wirksam darzustellen. Mit allen meinen Kräften werde ich mich bemühen, für die Menschen in unserem Bistum ein guter Hirte zu sein. Gerade die Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, sind mir dabei ein besonderes Herzensanliegen.

Nach den ersten Begegnungen mit den Verantwortlichen unseres Bistums erahne ich ein wenig die Herausforderungen, die sich uns in unserer Gesellschaft und in den verschiedenen Lebensbereichen unseres Bistums stellen. Ich bitte Sie um Ihre Bereitschaft, miteinander diese Herausforderungen anzugehen mit all‘ den Gaben, die Gott uns geschenkt hat und mit der Zuversicht des Glaubens, dass Gott mit uns geht und sein Geist uns Anteil gibt an seiner schöpferischen Kraft.

In diesem Jahr wird das in Dresden aufbewahrte Bild der Sixtinischen Madonna Raffaels 500 Jahre alt. Maria, die Christus zur Welt gebracht hat und ihn - wie es dieses Bild zeigt - den Menschen mit Würde und Bereitschaft hingibt, sie begleite auch uns und die Menschen, die Gott uns anvertraut! Ich empfehle unser Bistum auch der Fürsprache des Hl. Benno und des gerade selig gesprochenen Alojs Andritzki.

In Verbundenheit und in Freude auf unser Miteinander grüßt Sie von ganzem Herzen 

Ihr ernannter Bischof von Dresden-Meißen

Unterschrift
       Dr. Heiner Koch

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