Sonntag, 20. Januar 2013

Was er euch sagt - Gehorsam

Was er euch sagt, das tut!
Im heutigen Evangelium von der Hochzeit zu Kana spricht die Gottesmutter Maria das berühmte Wort "Was er euch sagt, das tut!"
Es ist für mich eines der bewegendsten Augenblicke dieser gesamten Perikope. Sicher, das Fest der Hochzeit ist ein toller Anlass der Geselligkeit und des Beisammenseins und es droht die Stimmung zu kippen, wenn der Wein ausgeht. Auch weißt ja Jesus seine Mutter zunächst ziemlich schroff zurück. "Was willst du von mir, Frau?" (ich hätte mir sicherlich eine Ohrfeige eingehandelt, wenn ich meine Mutter so angefahren hätte...). 
Maria jedoch lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie erkennt, dass die Zeit gekommen ist und weiß, was zu tun ist. Jedoch spielt sie sich nicht wichtig auf, sondern verweist auf ihren Sohn: "Was er euch sagt, das tut!"

Nun wir gerade wir Deutschen wissen am besten, dass das mit dem Gehorsam so eine Sache ist: Zu oft wurde einfach blind Gehorsam geleistet, zu nach dem Takt der Trommeln marschiert - bis ins bittere Verderben. Zu oft wurde Ungehorsam bis aufs schärfste bestraft, verfolgt, denunziert und verraten  und konnte einem und anderen das Leben kosten.
Bei Jesus aber ist es anders! Er will keinen Kadavergehorsam. Er will keinen Gehorsam um seiner selbst willen. Wenn Maria uns in diesem Evangelium auffordert, Ihm zu gehorchen, zu tun, was er uns sagt, dann geht es um einen Gehorsam aus Liebe. Nicht schöner hätte dieser Satz gesagt werden können, als bei einer Hochzeit. Einem Tag der liebenden Hingabe. Jesus fordert keine Unmenschlichkeiten, er fordert keinen Raub (geht doch zum nächsten Haus und nehmt euch den Wein dort...), er will keinen Hass und keine Morde, er will nicht den Tod und das Verderben.
Er fordert uns einfach dazu auf, unser mögliches zu tun: wir sollen Wasser geben, das Wunder der Wandlung zu Wein wird er vollbringen.

Gott kennt unsere menschlichen Grenzen - er ist ja selbst Mensch geworden - und er erkennt sie an. Aber wenn wir aus Liebe geben, was wir haben und können, unsere Möglichkeiten nutzen und Begabungen einsetzen, dann kann er durch unsere (Hin-)Gabe(-n) jedes Wunder vollbringen.
So kann aus dem Wasser der Menschlichkeit der Wein der göttlichen Liebe und Freude werden. So kann das Fest gelingen.

Jan  Vermeyen, Hochzeit zu Kana  (1530)



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