Mittwoch, 26. Juni 2013

Schwarze Paste II

Am Sonntag war ich mal wieder im Merseburger Dom. Dieses mal mit meinem Nachbarn im Seminar, Johannes Paul. Und wie ich es erhofft hatte, war das schöne Epitaph Bischof Thilos schon ein gutes Stück weiter von der schwarzen Paste befreit. Nun ist auch das linke obere Feld, der Gnadenstuhl, wieder in seiner alten Feuervergoldung zu bestaunen.

Ich hoffe, dass das Epitaph bei meinem nächsten Besuch ganz von der schwarzen Paste befreit sein wird. Dann werde ich mir auch mal wieder eine Fotoerlaubnis holen und das ganze ordentlich aufnehmen ;)


Zum Vergleich mal noch das Epitaph des Nachfolgers Bischof Adolf von Anhalt:

Auch hier hat man die schwarze Paste runtergemacht. Leider ist die Vergoldung qualitativ nicht so gut, wie die am Epitaph seines Vorgängers. Dies liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass sich Adolf von Anhalt zwar inhaltlich sehr an Thilo von Trotha orientiert hat, jedoch in der Auswahl der Werkstätten nicht so einen guten Riecher hatte. Wohl auch aufgrund der einsetzenden Reformation wird Bischof Adolf von Anhalt kaum noch die Möglichkeit gehabt haben, mal eben nach Nürnberg zu fahren und bei den exzellenten Vischer-Werkstätten ein Epitaph in Auftrag zu geben - also hat sie in einer unbekannten mitteldeutschen Werkstatt fertigen lassen. 

Dennoch hat natürlich auch Adolf von Anhalt den Dom mit wunderbarem Inventar bereichert. So sind die wahrlich kunstvoll geschnitzte Kanzel und die Gestühle in den Seitenschiffen des Domes in seinem Auftrage entstanden.
Die Kanzel (ohne Deckel) ist wohl im Reformationsjahr 1517 entstanden,
der barocke Kanzeldeckel wurde 1665 hergestellt.

Der Fuß zeigt das Wappen Bischof Adolf von Anhalts,
gehalten von zwei Putten.

Das Bildwerk ist umfangreich: Die vier Evangelisten; die Mutter Gottes;
die beiden Hauptpatrone Merseburgs Johannes und Laurentius; zwischen ihnen
auf den kleinen Säulen stehen die Apostelfürsten Petrus und Paulus, die Apostel
Jakobus d. J. und Bartholomäaus, die hl. Dorothea, die hl. Katharina von Alexandrien,
die hl. Barbara und die hl. Margarethe.




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