Dienstag, 5. Mai 2015

Selige Jutta von Sangerhausen

Gestern durfte ich im Paderborner Diözsanmuseum die Mitra Weihbischof Rintelens näher unter die Lupe und dazu auch in die Hand nehmen. Das Museum hat montags geschlossen und so konnten wir die wunderbare Arbeit Edith Ostendorfs auch aus der Vitrine und in eine Werkstatt nehmen, wo mehr Platz und vor allem gutes Licht war.

Vor zwei Jahren habe ich die Mitra in meiner Magisterarbeit über das bischöfliche Wirken Rintelens näher beschrieben und so habe ich dem gestrigen Tag mit einiger Freude und Aufregung entgegengefiebert. Rintelen hat diese Mitra zu seiner Bischofsweihe am 24. Januar 1952 getragen. Ein Jahr später fand sich im damals noch sehr jungen Kirchenblatt "Tag des Herrn" ein toller Artikel über die Infel.


Sie ist mit acht Figuren aus der Magdeburger Bistumsgeschichte und den Wappen der alten Bistümer, auf dessen Grund das damalige Erzbischöfliche Kommissariat und heutige Bistum Magdeburg besteht, bestickt.
Die Figuren stellen acht Heilige und Selige, vier Männer, vier Frauen dar. Unter anderem die selige Jutta von Sangerhausen, deren Gedenktag heute ist. 




Die selige Jutta wurde im Jahre 1220 geboren. Als junge Frau war sie mit Freiherr Johannes Konopacki von Bildschön (heute: Bielczna) verheiratet. und hatte mit ihm mehrere Kinder. Das Eheglück währte nur kurz, da ihr Mann nach fünf Jahren verstarb. Nachdem Jutta ihre Kinder versorgt hatte, verteilte sie ihre Reichtümer und gab sich ganz dem Dienst der Armen und der Pflege der Aussätzigen hin.
Als Bettlerin, als Pilgerin Gottes und als "Schwester der Armen" wanderte sie auf den Straßen und kam 1256 mit ihrem Verwandten, dem damaligen Hochmeister des Deutschen Ordens, Anno von Sangerhausen, nach Kulmsee (Chełmża), wo sie in einer Zelle als Rekluse lebte. Sie diente Gott durch Gebet und Fasten und widmete sich den Armen und Aussätzigen, denen sie im Leprosenheim St. Georgen zu Kulmsee ein Obdach schuf.
Nach einem Leben des Gebetes, der Buße und Gottinnigkeit starb sie am Vigiltag des festes Christi Himmelfahrt, am 11. Mai 1260.
Bestattet wurde Jutta im Dom zu Kulmsee in einer Kapelle, die ihren Namen trägt. Bald nach ihrem Tode wurde Sie als Heilige und Patronin Preußens verehrt und ist bis heute als Patronin des Kulmer-Landes unvergessen.
Besonders innig ist ihre Verehrung in der Jutta-Kapelle zu Bielczyny, wo einst ihre Zelle stand. 

(Vita nach dem Ökumenischen Heiligenlexikon und der Pfarrhomepage der Katholischen Pfarrei St. Jutta in Sangerhausen)



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